Vorstellungen
Filmkritik
Zunächst hält es der Looser John für ein unmoralisches Angebot, als ihm ein alter, distinguierter Spieler mit 50 Dollar aushelfen will. Tatsächlich gibt sich dieser Sydney uneigennützig und zeigt dem Niedergeschlagenen, wie man sich mit wenig Geld im Spielcasino so durchmogeln kann, dass es für den Lebensunterhalt reicht. Nach zwei Jahren hat sich zwischen beiden ein Vater-Sohn-Verhältnis aufgebaut, an dem der Alte festhält, obwohl ihm John und seine Freundin, die Casino-Kellnerin Clementine, manche Enttäuschung bereiten. Die ärgste ist, dass sich Clementine heimlich prostituiert. Die Situation eskaliert, als John einen ihrer Freier bewusstlos schlägt, als Geisel nimmt und Sydney zur Hilfe ruft. Der Alte setzt all seine Erfahrungen ein, um das Paar vor einem Unglück zu bewahren. Doch damit holt ihn auch seine Vergangenheit ein, von der John nichts wissen darf. In seinem (im Super35-Format gedrehten) Regiedebüt gelingt es Paul Thomas Anderson, die Vereinsamung eines Mannes und seine stille Melancholie aufzuzeigen und dahinter einen starken Willen durchschimmern zu lassen - den Willen, eine persönliche Lebensschuld abzutragen. Ein episch erzählte Geschichte mit Thrillerelementen, in der die Regie viel Sinn für Stimmungen beweist und ab und zu auch die Dinge sprechen lässt. Schade nur, dass die Hauptfigur (des alten Mannes) mitunter etwas stilisiert ist und die anderen beiden recht unglaubwürdig wirken. Ihre Rollenanlage ist unausgegoren, die Besetzung unpassend. Etwas störend wirkt auch die Konstruktion der Story am Anfang und Ende. Doch enttäuscht wird nur derjenige sein, der einen Thriller erwartete. - Ab 16.







