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Filmkritik
Angeblich ist dies das Kinodebüt des Fernsehklamotteurs Dieter ("Didi") Hallervorden. Diese Reklamemeldung beruht auf Irrtum oder Irreführung. Vor seinem Abrutsch in Blödelei und Grimassenschneiderei gab der vom Kabarett kommende Hallervorden einen Kinoeinstand nämlich schon 1968 mit dem witzigen und sozialsatirisch angereicherten Film "Mehrmals täglich", der vor einiger Zeit beim Wiedereinsatz einer sinnentstellenden Umtitelung verfiel ("Darf ich Sie zur Mutti machen?"). Ein wahres Juwel des Humors ist jener Film im Vergleich zu diesem auf Hallervordens Ideen fußenden Grotesklustspiel.
Ein tapsiger Privatdetektiv wird von einer alten Dame verpflichtet, während einer Reise zu einem Zuchtkaninchen-Wettbewerb in Lausanne ihr preisverdächtiges "Langohr" zu bewachen. Unterwegs verstecken zwei als Priester verkleidete Kunstdiebe zum Schutz vor Polizei und Zoll ihre Beute, ein Gemälde von Renoir, im Doppelboden des Kaninchenkäfigs. In der Folge lebt die Handlung ausschließlich von den Verfolgungsjagden, die sich Diebe, Detektiv und eine ebenfalls am Bild interessierte junge Frau gegenseitig bis zur voraussehbaren Schlußpointe gegenseitig liefern, weil der Käfig vor und hinter der deutsch-schweizerischen Grenze alleweil verwechselt, verlegt oder verloren wird.
Vergeblich bemüht sich der Film um die Entfesselung der "Wonnen des Grotesken". Hallervorden verabreicht nur Kalauer und Fratzenkomik im Stil von Jerry Lewis. Bei aller Turbulenz überwiegt der rohe Klamauk. Denn es fehlt völlig an gestalterischer Inspiration und Phantasie, das vom Film schon oft verarbeitete Kunstraub-Thema zu einem augenzwinkernden Schmunzelvergnügen zu machen. Besonders unangenehm stößt in diesem nur Langeweile auslösenden Sammelsurium abgenutzter Gags und Blödeleien die Methode auf, ständig Priesterrock und Ritualgesten für die Produktion von fragwürdigem Witz in Verbindung mit "pikanten"Situationen einzusetzen.

