"Auf dass man tausend Jahr, nachdem wir starben, sehe, wie schön Ihr wart..." Mit diesem Zitat von Michelangelo beginnt der Film AKT. Mario Schneider portraitiert in AKT vier verschiedene Personen, die zumindest eines verbindet: Sie sind Aktmodelle und stellen ihre Körper in den Dienst der Kunst. Sie tauchen aus der Schnelllebigkeit unserer Welt ab und nackt in der Mitte eines stillen Raumes wieder auf, in einer Pose verharrend, für Minuten und Stunden, und so wird jeder Protagonist selbst zu einer lebenden Skulptur. Hier beginnt eine Beziehung, die schon viele Male Stoff für Filmgeschichten gewesen ist: das Aktmodell und sein Betrachter, der in diesem Falle sowohl der Maler als auch der Kinozuschauer ist. Ein uns unbekannter Mensch wird zur Projektionsfläche, und wir fragen uns: Wer ist dieser Mensch? Wie ist er? Was für ein Leben führt er? Noch bleibt das Modell ein unergründliches Rätsel. Es zieht uns hinein in die Haltung eines Körpers, in die Züge eines Gesichtes und in die Geschichte eines Menschen, und hinter dem Schein öffnet sich das Sein. (Quelle: Verleih)
Schneider folgt seinen Protagonisten bei dieser Arbeit, die als meditativ empfunden wird – und als erfüllend. „Man ist einfach, man muss nicht viel machen. Und trotzdem hat man eine Funktion, die nur darin besteht, wie man ist“, sagt eine der Porträtierten. Doch Schneider gibt auch Einblicke in das Leben, das die Aktmodelle außerhalb der Ateliers führen, in Kindheitserinnerungen oder den Beginn einer Liebe. Und er zeigt eine vierte Person: eine junge Frau, die die Perspektive wechselt – als Aktmodell und Kunststudentin. Sie fragt sich, wie menschliche Nähe funktioniert und versucht, die passende künstlerische Form für diese Frage zu finden…
- Veröffentlichung14.04.2016
- RegieMario Schneider
- ProduktionDeutschland (2016)
