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Cold Storage

99 minKomödie, Science Fiction, ThrillerFSK 16
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Für Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) beginnt die wildeste Nachtschicht ihres Lebens, als in dem Self-Storage-Laden, in dem sie arbeiten, ein mysteriöser Pilz-Parasit ausbricht. Der hochgefährliche Mikro-Organismus stammt aus einer versiegelten Militärbasis unter dem Gebäude – ein Relikt geheimer US-Experimente, das jahrzehntelang unter Verschluss war. Doch jetzt breitet es sich rasend schnell aus und verwandelt Menschen wie Tiere in Zombie-ähnliche Kreaturen. Die Zeit läuft ab – und es liegt nun an Teacake und Naomi mit Hilfe eines in die Jahre gekommenen Anti-Bioterror-Agenten (Liam Neeson), die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren.
  • Veröffentlichung19.02.2026
  • Jonny Campbell
  • Vereinigte Staaten (2026)

1987 schrammte die Menschheit knapp an ihrer Vernichtung vorbei. Und das nicht, weil Regierungen und Weltöffentlichkeit die potenzielle Bedrohung allzu ernst nahmen. Die NASA-Biologin Dr. Martins (Sosie Bacon) und die beiden US-Agenten Trini Romano (Lesley Manville) und Robert Quinn (Liam Neeson) hatten mehr Glück als Verstand, als sie im australischen Outback einen außerirdischen Fungus und die Überreste jener Menschen fanden, die er infiziert hat. Ihre Mission verlief alles andere als glatt, doch am Ende ist der mit den Bruchteilen eines NASA-Raumschiffs auf die Erde gelandete Organismus eingefangen.

In „Cold Storage“ von Jonny Campbell wird der Pilz zunächst in einer Bunkeranlage des US-Militärs aufbewahrt, gerät aber bald in Vergessenheit – trotz aller Memos und Aktionspläne, die Quinn auch aus dem Ruhestand heraus an die Sicherheitsbehörde schreibt. Einige Jahrzehnte später, als das Militär längst abgezogen und die Bunkeranlage aufgelassen ist, werden die tödlichen Sporen nur noch von einem kalten Grundwasserleiter in Zaum gehalten. Dass der seine Wirkung verloren hat, bemerkt nicht die zuständige Behörde, sondern der neue Besitzer der Anlage. Der Kleinkriminelle Griffin (Gavin Spokes) betreibt dort ein Lager, das er für seine Hehler-Ambitionen benutzen will. Was das sich wiederholende Warnsignal bedeutet, interessiert ihn nicht. Er will nur, dass es aufhört.

Ein Ex-Knacki in der Sackgasse

Natürlich kümmert sich nicht Griffin persönlich darum, sondern er stellt den jungen Travis (Joe Keery) dafür ab. Der geschwätzige Ex-Knacki würde keine Nachtschichten in diesem abgelegenen Bunker schieben, wenn er eine Wahl hätte. Immerhin steht ihm die neue Mitarbeiterin Naomi (Georgina Campbell) zur Seite, die den Job zwar auch braucht, aber im Unterschied zu Travis nicht im Niedriglohnsektor verbleiben will. Travis folgt Naomi ins Abenteuer. Es beginnt hinter einer schlecht vergipsten Wand, führt bald in die tiefer gelegenen – und mittlerweile pilzinfizierten – Ebenen des Bunkers und könnte, mit etwas Glück, in Richtung einer unerwarteten Romanze führen. Oder eben zum Ende allen nicht-extraterrestrischen Lebens auf der Erde.

Um das zu verhindern, muss Liam Neeson als Robert Quinn ein weiteres Mal aus dem Ruhestand geholt werden, obschon sein Rücken von den Dekaden aktiver Weltrettung ruiniert ist. Ein Teil des Charmes, den „Cold Storage“ ausstrahlt, geht von den Altstars aus, die sich, scheinbar gegen besseres Wissen, eben doch aufraffen, die Menschheit vor dem Schlimmsten zu bewahren. Oder die wie Vanessa Redgrave als Ma Rooney mit dem Herz am rechten Fleck in die Katastrophe hineinstolpern.

Galle speiende Untote

Drehbuchautor David Koepp hat mit „Cold Storage“ seinen eigenen Roman adaptiert, dessen Struktur der filmischen Exposition die eine oder andere umständliche Schleife verpasst. Dabei nimmt „Cold Storage“ alles mit, was Spaß verspricht: ein bisschen Horrorfilm, ein bisschen Komödie, ein wenig Action.

Unterm Strich ist das Ergebnis am ehesten eine Komödie mit Zombies, die weniger um pilzbefallene, Galle speiende Untote konstruiert ist als um die exzentrischen Retter der Menschheit. Zwangsläufig sind das die einzigen Helden, die der modernen Gesellschaft geblieben sind. Über sie findet man im Chaos von „Cold Storage“ auch den im Genre übliche Draht zum politischen Unterbewusstsein. Der ist ausnahmsweise nicht an die Zombifizierung der Menschen geknüpft, sondern zielt direkt auf die Kollision von Weltuntergang und Existenzsackgassen. Für Travis ist der Drecksjob derart alternativlos, dass er auch dort, wo als einzige Alternative die Zombie-Apokalypse wartet, ernsthaft erwägt, lieber die Arbeitsanforderungen zu erfüllen, als gegen das Ende aller Tage anzukämpfen.

Das sich anbahnende Aus der Welt mag eine alberne Angelegenheit sein, doch der Planet ist es allemal wert, gerettet zu werden. Die Stärke von „Cold Storage“ liegt darin, dass dies nicht über die Worte und Schlachtpläne von Staatsoberhäuptern und Entscheidungsträgern, sondern über die Bemühungen der Marginalisierten, Ausrangierten und Gescheiterten formuliert wird. Wenn es schon wieder Killerpilze und Zombies sein müssen, die auf den finalen Exit zusteuern, bleibt zumindest die Freude, dass es die geschwätzigen Versager, die abenteuerlustigen Single-Moms und rückenkranken Rentner sind, die den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen.

Veröffentlicht auf filmdienst.deCold StorageVon: Karsten Munt (27.10.2026)
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