Filmplakat von MAXXI MORNINGS: DC League of Super-Pets

MAXXI MORNINGS: DC League of Super-Pets

105 min | Komödie, Animation, Science Fiction | FSK 6
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Superhund Krypto und Superman. Die beiden besitzen die gleichen Superkräfte und kämpfen in Metropolis Seite an Seite gegen das Verbrechen. Doch als Superman und der Rest der Justice League entführt werden, muss Krypto alles daransetzen, die Helden zu befreien. In Hund Ace, Hängebauchschwein PB, Schildkröte Merton und Eichhörnchen Chip findet er Verbündete. Doch erst einmal muss Krypto die bunt zusammengewürfelte Heimtier-Bande davon überzeugen, ihre neu entdeckten Kräfte zur Rettung der Superhelden einzusetzen.

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Filmkritik

Ein wichtiges Detail der „Superman“-Saga ist bislang eher verborgen geblieben. Denn als der Planet Krypton explodierte und Jor-El und seine Frau ihren Sohn Kal-El in einer Raumsonde Richtung Erde losschickten, war auch ein kleiner wuscheliger Vierbeiner mit an Bord. Der Rest ist deshalb nicht nur Geschichte, sondern vor allem eine andere Geschichte. Nämlich die von Superman – und Superhund.

Der gleicht äußerlich zwar aufs Haar einem Labrador Retriever, verfügt aber über Cape, Superkräfte und Hitzeblick, ist wahnsinnig intelligent und kann sprechen, was sein inzwischen erwachsenes Herrchen wie jeder Normalsterbliche aber auch nur als Bellen wahrnimmt.

Die Liebe eines Hundes

In der US-Ostküstenstadt Metropolis könnte das Leben dennoch seinen normalen Lauf nehmen, in dem Superman und sein „Krypto“ genannter Begleiter ab und zu gemeinsam die Stadt vor Bösewichtern, Monstern und anderen Katastrophen bewahren. Doch da Superman auch nur ein Mann ist, verliebt er sich in Lois Lane. Für Krypto ist das eine echte Katastrophe, da er fortan nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit seines Superherrchens steht.

Derweil träumt ihr Erzfeind Lex Luthor von der Weltherrschaft und werkelt fleißig daran, die beiden Kryptoniden zu neutralisieren. Allerdings stellt er sich dabei nicht sonderlich geschickt an. Seine Forschungen haben nicht nur das grüne Kryptonit hervorgebracht, das Superman und seinem Superhund alle Kraft raubt, sondern auch ein orangefarbenes, scheinbar zweckfreies Fluidum, das vermeintlich keinen Nutzen besitzt. Dass dem aber ganz und gar nicht so ist, dafür sorgt das Nacktmeerschweinchen Lulu, das als Mastermind hinter allen Aktivitäten von Lex Luthor steckt. Aufgrund eines Malheurs fristet es allerdings zusammen mit dem Hängebauchschwein PB, der Schildkröte Merton McSnurtle, dem Eichhörnchen Chip und dem Boxer Ace ein trauriges Heimdasein.

Aus diesen Ingredienzien des durch Tiere aufgepeppten Superhelden-Kosmos sollen Regisseur Jared Stern und sein Co-Autor John Whittington eine Geschichte von Gut gegen Böse im DC-Universum stricken. Die gefangene Lulu gelangt deshalb an ein Stück orangenes Kryptonit, erlangt dadurch Superkräfte und schickt sich an, zusammen mit ihren nicht sonderlich hellen Zimmergenossenen sowie einer noch zu bildenden Armee von Supermeerschweinchen nach der Weltherrschaft zu greifen.

Wie Superman und Batman

Das würde ihr auch ohne weiteres gelingen, wenn es nicht das besondere Verhältnis zwischen den beiden Hunden Krypto und Ace gäbe, die sich wie weiland Superman und Batman eigentlich nicht ausstehen, im DC-Universum aber auch nicht ohneeinander können. Daher dreht sich in „DC League of Super-Pets“ alles um die entscheidende Frage, ob es die beiden Hunde richten und mit der Turbo-Schildkröte, dem Elektro-Eichhörnchen und dem größenvariablen Wunderschwein im Schlepptau dem wahnsinnigen Meerscheinchen Paroli bieten können?

Das Resultat steht natürlich außer Frage. Interessanter ist, wie unterhaltsam dies inszeniert ist. Stern und Whittington gelingen ein paar flapsige Sprüche mit Pointen für alle, die sich mit den DC-Superhelden und ihren Marotten auskennen. Besonders die Stiche gegen den Batman-Kult, die das Superman-Franchise arg ins Hintertreffen gebracht hat, sorgen für den einen oder anderen Schmunzler, während die Aufmerksamkeit der Kinder mit allerlei Wumm-Krach-Pups-Action erhascht werden soll. Das Konzept, hinter dem das Produktionsstudio Seven Bucks steht, aus dem die Dwayne Johnson-Filme „Baywatch“, „Skyscraper“ und „Jungle Cruise“ stammen, funktioniert ungefähr so wie eine Riesentüte Popcorn und erzeugt ein vergleichbares Übersättigungsgefühl.

Auf moralischer Ebene bietet das Drehbuch die ebenfalls im „Superhelden-für-Kinder“-Sujet üblichen Durchhalteparolen gegen Minderwertigkeitskomplexe (noch erfolgloser) Möchtegernhelden, nach dem Motto: „Du kannst alles schaffen, wenn du nur an dich und deine Persönlichkeit glaubst.“ Dann wird auch noch aus dem prolligsten Boxer und der dümmsten Schildkröte ein Held! Dumm nur, dass sich diese Haustiere nichts Schöneres vorstellen können, als in den Armen eines Herrchens/Frauchens, am liebsten aber Superhelden, zu kuscheln.

Wie man Herzen wärmt

Visuell ist an „DC League of Super-Pets“ kaum etwas auszusetzen. Die Animation ist glatt und eingängig wie in den meisten 3D-Computer-animierten Trickfilmen, die jenseits der versierten Pixar-Filme das Kino fluten. Cool, aber seelenlos. Schmerzhaft spürbar wird das im Abspann, wo die Character-Designer und Chefanimatoren in Konzeptzeichnungen zeigen dürfen, zu was sie imstande wären und wie der Film auch hätte aussehen können. Was all die geleckte Kunst von der Stange über 90 Minuten nicht schaffte, gelingt diesen wunderbaren Screenshots in wenigen Sekunden, nämlich das Herz zu erwärmen. Würden die Kreativen doch nur an die Botschaft ihres eigenen Films glauben und gegen ihre Minderwertigkeitskomplexe kämpfen, hätte „DC League of Super-Pets“ jedem Pixar-Film das Wasser reichen können. Doch wer traut sich schon, sich gegen einen Produzenten aufzulehnen, der Dwayne „The Rock“ Johnson heißt?

Erschienen auf filmdienst.deMAXXI MORNINGS: DC League of Super-PetsVon: Jörg Gerle (20.1.2023)
Vorsicht Spoiler-Alarm!Diese Filmkritik könnte Hinweise auf wichtige Handlungselemente enthalten.
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