Alex Gabbays Dokumentation macht deutlich, wie schnell Menschen bereit sind, ihre hohen moralischen Prinzipien von Gerechtigkeit aufzuweichen, wenn es um die Benachteiligung anderer geht. Gleichzeitig reagieren viele Menschen äußerst empfindlich, wenn sie sich selbst ins Hintertreffen geraten sehen. Ist es auf der Basis dieser Selbstsucht überhaupt möglich, Ungerechtigkeiten auf wirtschaftlicher, politischer und sozialer Eben entgegenzutreten? (vf)
Alex Gabbay beschäftigt sich in seiner Dokumentation mit den Themen Fairness, Gleichbehandlung und Gleichberechtigung. Dazu führt er etwa soziale Experimente aus Norwegen auf, die gezeigt haben, dass Menschen offenbar mehr als bereit sind, ungerechte Systeme und ungerechtes Verhalten nicht nur zu dulden, sondern auch zu unterstützen – vor allem auch weit mehr, als viele zugeben würden. Außerdem beschäftigt sich Gabbay mit einer Reihe von Versuchen aus Atlanta, wo die Wissenschaftlerin Sarah Bronson mit Hilfe von Kapuzineräffchen beweisen möchte, dass es weder bei Affen noch bei Menschen eine evolutionäre Veranlagung zum Egoismus gibt. Außerdem besucht der Regisseur verschiedene Länder auf der ganzen Welt und zeigt etwa anhand von Costa Rica und Island, wie ganze Nationen und ganze Volkswirtschaften auf ein faireres Miteinander ausgerichtet sein können, wohingegen die USA immer wieder durch unfaire Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe, Religion oder ähnlichem auffallen.
- Veröffentlichung29.06.2017
- RegieAlex Gabbay
- ProduktionVereinigtes Königreich (2017)