Zum Hauptinhalt springen

Der Teufel trägt Prada 2

119 minDrama, KomödieFSK 0
Tickets
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 1
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 2
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 3
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 4
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 5
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 6
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 7
Szenebild von Der Teufel trägt Prada 2 8
Miranda Priestly navigiert ihre Karriere inmitten des Niedergangs des traditionellen Zeitschriftenwesens. Sie tritt gegen Emily Charlton an, ihre ehemalige Assistentin, jetzt eine einflussreiche Führungskraft für eine Luxusgruppe, mit Werbegeldern, die Priestly dringend benötigt.
  • Veröffentlichung30.04.2026
  • David Frankel
  • Vereinigte Staaten (2026)
  • Untertitel, Audiodeskription

Der Teufel trägt Prada“ (2006) ist so etwas wie ein Mythos der Moderne. Eine Satire auf die Modewelt, böse und verständnisvoll zugleich, denn eigentlich ist gegen ein schönes Kleid nichts einzuwenden. Unvergessen auch das Schauspielduell zwischen Meryl Streep und Anne Hathaway: bissig, grausam, lakonisch und schlagfertig die eine, gelassen, geduldig, forsch und smart die andere. Jetzt kommt nach fast 20 Jahren etwas verspätet die Fortsetzung in die Kinos, mit denselben Hauptdarstellern, wieder geschrieben von Aline Brosh McKenna und inszeniert von David Frankel.

20 Jahre sind natürlich eine lange Zeit, in der sich der Journalismus, auch in der Mode, rasant verändert hat. Das bekommt Andy Sachs (Anne Hathaway) gleich zu Beginn des Films zu spüren. Sie wird bei einem Bankett für ein bedeutendes Essay in der seriösen Zeitschrift „Vanguard“ mit einem Journalistenpreis geehrt. Doch bevor sie ihre Dankesrede halten kann, erfährt sie genau wie ihre anwesenden Kollegen, dass sie gefeuert ist. Nigel (Stanley Tucci), immer noch Redaktionsmanager bei „Runway“, dem fiktiven Pendant zur „Vogue“, heuert sie kurz entschlossen an. Seine Absicht: „Runway“ erscheint nur noch online; doch mit ihren tollen Geschichten und wichtigen Kontakten soll sie der Marke Auftrieb verleihen. „Wer ist sie?“, fragt Miranda Priestly (Meryl Streep), immer noch Chefredakteurin, als Nigel sie ihr vorstellen will. Gemeiner geht es nicht.

Ein rigider Sparkurs

Allerdings hofft Miranda, „Global Head of Content“, also Herausgeberin für den Modebereich des Verlages, zu werden. Doch bevor der Verlagseigner Irv Ravitz die gute Nachricht verkünden kann, stirbt er an einem Herzinfarkt. Sein Sohn Jay hingegen hat ganz andere Vorstellungen, wie „Runway“ zu managen ist, und verkündet einen rigiden Sparkurs. Mirandas frühere Assistentin Emily Charlton (Emily Blunt), jetzt erfolgreiche Beraterin, soll das Magazin vor dem Kollaps bewahren. Doch sie und ihr schwerreicher Mann verfolgen eigene Interessen.

In der Fortsetzung geht es sehr viel ernster und problembewusster zu als im Vorgängerfilm. Von Jobverlust bis „Online only“, von Synergieeffekten bis Fusion, von Kommentaren in den sozialen Medien bis zu Deep Fakes und als Ultima Ratio der Verkauf der Marke, werden die wichtigsten Probleme des aktuellen Journalismus angetippt. Das geht allerdings auf Kosten des Humors. Der zweite Teil ist nicht mehr so witzig und lebendig wie der erste; die lakonischen Einzeiler sind gelegentlich an Bösartigkeit und Arroganz nicht zu überbieten. „Ich warte nur darauf, dass Sie versagen“, sagt Miranda schnippisch zu Andy.

Eine Branche feiert sich selbst

Doch nur grausam ist dann doch zu wenig. Die Mode selbst gerät darüber fast an den Rand der Erzählung. Nur einmal, wenn Miranda und ihre Crew nach Mailand fliegen – allerdings nicht mehr erster Klasse – , blitzt die Lust an den Farben und Formen auf. Eine Branche feiert sich selbst, zahlreiche Modeschöpfer, Models und Popikonen, von Heidi Klum bis Lady Gaga, spielen sich selbst. Aber auch hier haben sich die Zeiten geändert: „Beauty and design for everybody“ lautet der neue Slogan. Die Mode soll für jeden erschwinglich sein.

Nebenbei geht es auch darum, dass eine langgediente Chefredakteurin nicht aufhören kann. In Mailand schlendert sie einsam und versonnen durch die berühmte Einkaufspassage, vorbei an mehreren Modehäusern, und denkt über ihr Leben nach. „Wie werde ich wissen, wann es Zeit ist?“, fragt Miranda, wohlwissend, dass der Nachwuchs, der auch immer einen Generationswechsel bedeutet, schon in den Startlöchern steht. Dazu passt auch, dass sie mit Stuart (Kenneth Branagh) einen verständnisvollen Lebenspartner gefunden hat, der sie liebevoll unterstützt und somit ein angenehmes Gegengewicht zu ihrer Boshaftigkeit bildet.

Das letzte Wort behalten

Der heimliche Star des Films aber ist Stanley Tucci. Seine Figur des Nigel ist ein besonnener, kluger und zurückhaltender Drahtzieher, der sein Licht viel zu lange unter den Scheffel gestellt hat. Jetzt endlich darf er das letzte Wort behalten.

 

Veröffentlicht auf filmdienst.deDer Teufel trägt Prada 2Von: Michael Ranze (13.11.2026)
Über filmdienst.de Filmdienst.de, seit 1947 aktiv, bietet Filmkritiken, Hintergrundartikel und ein Filmlexikon zu neuen Kinofilmen aber auch Heimkino und Filmkultur. Ursprünglich eine Zeitschrift, ist es seit 2018 digital und wird von der Katholischen Filmkommission für Deutschland betrieben. filmdienst.de