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Die drei ??? - Toteninsel

104 minAbenteuer, Krimi, FamilieFSK 6
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Die Sommerferien haben begonnen und Die drei ??? wollen einen Roadtrip unternehmen. Doch gerade als Justus Jonas (JULIUS WECKAUF), Peter Shaw (NEVIO WENDT) und Bob Andrews (LEVI BRANDL) aufbrechen wollen, klingelt in der Zentrale das Telefon und ein unbekannter Anrufer übergibt dem Detektiv-Trio ihren neuesten Fall. Da sind die Urlaubspläne natürlich schnell vergessen. Die drei Jungs verfolgen die Spuren und stoßen auf den Geheimbund Sphinx rund um den mysteriösen Professor Phoenix (ANDREAS PIETSCHMANN). Dessen Gruppe von Archäologen führt illegale Ausgrabungen durch und verkauft die so gestohlenen Kunstschätze. Sphinx startet bald eine Expedition zu der aktiven Vulkaninsel Makatao, die auch als die Toteninsel bekannt ist. Denn die dort gelegene Ruhestätte eines uralten Volkes soll mit einem Fluch belegt sein: Niemand, der Makatao betritt, kommt lebend zurück. Warum begibt sich Sphinx auf eine so waghalsige Reise? Und was hat der erfolgreiche Unternehmer Joseph Saito Hadden (SIMON KLUTH) mit der Expedition zu tun?
Wie schon der zweite Teil der Filmreihe, DIE DREI ??? UND DER KARPATENHUND, knüpft auch DIE DREI ??? – TOTENINSEL an die Ereignisse der Vorgängerfilme an und präsentiert zugleich eine der erfolgreichsten Klassiker-Episoden der beliebten Bücher und Hörspiele rund um die drei jungen Detektive in einem modernen und neuen Gewand.

Der Titel „Toteninsel“ verheißt Spannung. Die 2001 als Buch- und Hörspiel-Dreiteiler veröffentlichte 100. Jubiläumsfolge der „Drei ???“ führt vom heimischen Rocky Beach auf eine entlegene Vulkaninsel, die einer lokalen Legende nach verflucht ist. Zwischen giftigen Gasen, kriminellen Archäologen und tropischen Gewächsen erleben Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews ein Abenteuer, das in manchen Momenten an „Indiana Jones“ erinnert – und das am Ende dennoch primär vom Zusammenspiel der jungen Detektive lebt.

Regie führte wie bei den beiden vorangegangenen Teilen Tim Dünschede, was keineswegs verwundert. Nach zwei wenig erklecklichen Versuchen aus den Jahren 2007 und 2009, die populäre „Drei ???“-Reihe auf die Leinwand zu bringen, startete erst Dünschedes Neuversion an den Kinokassen durch. Die eigens ersonnene Originalgeschichte „Erbe des Drachen“ behauptete sich sogar als zugkräftigste deutsche Produktion des Jahres 2023. Zwei Jahre später folgte mit der Adaption des „Karpatenhund“-Falls eine Fortsetzung, die das typische Flair des Detektivtrios noch besser traf. Direkt im Anschluss fanden die Dreharbeiten zum dritten Teil statt, der mit „Toteninsel“ einen häufig genannten Favoriten als Vorlage hat.

Wo zwielichtige Archäologen graben

Während Tante Mathilda (Jördis Triebel) und Onkel Titus (Florian Lukas) in den Sommerferien nach Frankreich reisen, stehen Justus, Peter und Bob in den Startlöchern für einen Roadtrip durch die USA. Doch just im Moment des Aufbruchs klingelt das Telefon in der Zentrale der Nachwuchsdetektive. Ein mysteriöser Unbekannter führt die Jugendlichen auf die Spur des Geheimbunds „Sphinx“, einer Grabräuber-Gruppe um den Archäologie-Professor Phoenix (Andreas Pietschmann). Peter will trotzdem die Reise antreten, kommt aber gegen den Ermittlungseifer seiner Freunde nicht an. Mit Hilfe der gleichaltrigen Hackerin Jelena (Momo Beier) decken die Detektive auf, dass der Top-Unternehmer Joseph Saito Hadden (Simon Kluth) die zwielichtigen Archäologen für eine Ausgrabung auf der Vulkaninsel Makatao engagiert hat, die von Mythen umrankt ist. Warum Hadden damit seinen Ruf riskiert, gilt es herauszufinden.

Die titelgebende Insel ist bereits der Schauplatz der im Jahr 1945 spielenden Eröffnungssequenz, in der ein japanischer Soldat eine Steintafel entdeckt, kurz bevor der Ausbruch eines Vulkans seine Flucht erzwingt. Auch wenn die „Drei ???“ gar nicht daran denken, einen Fuß auf die gefährliche Südseeinsel zu setzen, steuert die gesamte Handlung auf genau diesen Moment hin. Bei nächtlichen Ermittlungen am Hafen bleibt Peter an Bord des Schiffs „Explorer“ zurück und steuert zusammen mit der fünfköpfigen „Sphinx“-Truppe, die ihn für einen Neffen des Auftraggebers hält, auf das Eiland zu. Justus und Bob reisen hinterher.

Ein eingespieltes Trio

Die Trumpfkarte des dritten „Die Drei ???“-Kinofilms von Dünschede ist das nunmehr merklich aufeinander eingespielte Detektiv-Trio. Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl vermitteln die Freundschaft ihrer Charaktere sehr natürlich und bleiben den Eigenarten der Jugendbuch- und Hörspiel-Figuren treu. So zeigt sich Justus sehr redegewandt und schlagfertig bis allwissend; der sportliche Peter ist meist für zupackende Momente zuständig und Bob für die Recherche von Hintergrundinfos. Hilfe bekommt er dabei von seinem Schwarm Jelena, die im Rollstuhl sitzt und auch gesicherte IT-Systeme infiltrieren kann. Jelenas Mitarbeit führt zu Eifersüchteleien mit Justus, der kein weiteres Mitglied aufnehmen will. Und dann gibt es auch noch den ewigen Widersacher Skinny Norris (Filip Schnack), der schon im „Karpatenhund“-Fall eine Rolle spielte, die dieses Mal relevanter ausfällt.

Das Ensemble ist die halbe Miete. Hinzu kommt die kompetente Inszenierung von Tim Dünschede. Wenn sich die Junior-Detektive mit Ferngläsern in Peters roten Sportwagen quetschen, kommt ebenso Stimmung auf wie bei einer launigen Musikmontage zum Bordalltag auf dem Expeditionsschiff. Der Synthie-Score passt gut zur Vorlage, und auch die ikonische Titelmelodie nutzt die Inszenierung gewinnbringend. Zielgruppengemäße Spannung entsteht, wenn die Antagonisten erst nur im schattigen Gegenlicht zu sehen sind oder eine per Handkamera gefilmte Verfolgungsjagd damit endet, dass Peter den Fluchtwagen mit quietschenden Reifen vorfährt.

Jeder Schritt wirft neue Fragen auf

Ausgebremst wird der Plot indes durch allerhand Erklärungen, die manche Ereignisse auch retrospektiv in ein neues Licht rücken. „Immer dieses nicht enden wollende Geschwafel,“ stichelt Peter einmal Richtung Justus, was gleichsam als selbstironischer Meta-Kommentar aufgefasst werden kann. Immerhin verliert ein jüngeres Publikum so nie den Überblick über die vertrackten Abzweigungen des Kriminalfalls. Jeder neue Schritt wirft neue Fragen auf, bevor sich das Mysterium etwas eilig auflöst. Hier merkt man, dass die auf drei Teile ausgelegte Vorlage Federn lassen musste.

Wo „Die drei ??? und der Karpatenhund“ hauptsächlich in einem überschaubaren Wohnkomplex spielte, wirkt „Toteninsel“ durch die auf dem offenen Meer gefilmte Überfahrt und den exotischen Schauplatz – arrangiert im Botanischen Garten auf Gran Canaria – größer angelegt. Spätestens beim Betreten einer Grabkammer kommen zwischen Gerippen und Spinnweben klassische Abenteuergefühle auf, die Professor Phoenix mit seiner abgewetzten Lederjacke zuvor schon in Aussicht stellte. Dass die computergenerierte Panoramaansicht der Insel tricktechnisch mau aussieht, stört dabei wenig. Spannender als der Vulkan ist ohnehin der Charme der Darsteller.

Veröffentlicht auf filmdienst.deDie drei ??? - ToteninselVon: Christian Horn (20.2.2026)
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