Vorstellungen
Filmkritik
Teils gut fotografiert, darstellerisch mittelmäßig und von dosierter Spannung beherrscht, spult sich die nach einem Actions-Roman von Charles Williams routiniert gebaute Handlung größtenteils zwischen Wind, Sand und Meer ab. Einer jungen Frau wird von einer Schmugglerbande, bei der auch ihr geschiedener erster Mann mitmacht, die geerbte Hochseeyacht gestohlen. Sie soll für illegale Waffengeschäfte eingesetzt werden. Schon bei der Inbesitznahme der Yacht durch die Schmuggler kommt es zu zwei Morden, und als später die junge Frau mit dem in ähnlichen Rauh-Boy-Rollen gestählten Lino Ventura die Verfolgung der Schiffsdiebe aufnimmt, an Bord der Yacht gelangt und dort, inmitten der karibischen See, in eine Reihe von bleihaltigen Abenteuern gerät, ist an weiteren Leichen auch kein Mangel. Denn der Schmugglerboß, das Abbild einer ebenso krankhaften wie schrankenlosen Selbstverwirklichung, knallt jeden nieder, der sich seinen Forderungen und Launen entgegenstellt, bis auch er im Endkampf mit Ventura einen geschickt in "Unfall" gekurvten Gewalttod findet. Unter totalem Verzicht auf "Sex" rückt der kriminalistisch aufgezäumte Abenteuerfilm zwar von einem allzu realistischen Auskosten der Kampf-, Mord- und Totschlagszenen ab. Aber die vergleichsweise optische Zurückhaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß vor allem mit der Rolle des brutal-pathologischen Gangsterbosses wieder einmal mehr ein lebensmißachtender Zynismus hervorgekehrt wird, der zur Erzeugung legitimer Spannung keineswegs vonnöten und für Jugendliche nicht tragbar ist.

