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Mein Name ist Nobody

117 minKomödie, WesternFSK 12
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Szenebild von Mein Name ist Nobody 2
Der Wilde Westen neigt sich dem Ende zu, und ein quirliger Jungspund, der sich Nobody nennt, eifert seinem großem Vorbild, dem berühmten Revolverhelden Jack Beauregard nach. Er treibt sein inzwischen müde gewordenes Idol zu einem ungleichen Duell mit der “Wilden Horde”, einer Bande, die Angst und Schrecken verbreitet. Doch Beauregard kann stets mit dem Ideenreichtum seines Verehrers rechnen…

Schnell geschnittene Einstellungen, meistens Groß- und Detailaufnahmen, unterlegt mit dem überlauten Ticken einer Uhr, eröffnen den Film. Diese etwas gewaltsam aufgebaute Spannung wird durch eine Schießerei gelöst, aus der Henry Fonda alias Jack Beauregard als Sieger hervorgeht. Dieser Jack Beauregard, ein alternder Westernheld, hat als Gegenspieler "Nobody", verkörpert von Terence Hill, dem Protagonisten der Klamauk-Western-Welle ("Vier Fäuste für ein Halleluja" etc.). Sergio Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod") versucht in seinem neuesten Film, zwei Genres - ein traditionsreiches, mehr oder minder gewachsenes und ein synthetisches, aus rein kommerziellen Gesichtspunkten entwickeltes - unter einen Hut zu bringen, bzw. er suggeriert eine Entwicklungslinie, die schlichtweg einem Taschenspielertrick zuzuschreiben ist. Fonda will sich aus dem Wilden Westen zurückziehen, ein Schiff in New Orleans besteigen und nach Frankreich heimkehren. Seine Zeit ist vorbei. Im Jahre 1899 geben in Neu-Mexico nicht mehr die legendären Westerner den Ton an, eine Bande - The Wild Bunch - beherrscht das Terrain: "150 Banditen, die reiten und schießen wie 1000", sagt Nobody. Aber wer ist dieser Nobody. Er ist ein "Niemand" in der erzählten Geschichte, aber er ist der "lustige", zu jedem Klamauk aufgelegte Terence Hill, als der er den Zuschauern bekannt ist. Er spielt seine Rolle. Seinen Sattel trägt er wie Engelsflügel auf den Schultern, schlagen und schießen kann er wie ein abgefeimter harter Bursche des alten Westens. Nobody möchte "wer" werden, sein Idol ist - Jack Beauregard. Nobody möchte wie Jack werden und daher soll nach seiner Meinung Jack durch eine außergewöhnliche Leistung in die Geschichte eingehen. Nobody meint, Jack Beauregard allein gegen die 150 Gangster - das könnte eine historische Tat werden. Es gelingt ihm auch, Jack in die prekäre Lage zu bringen und dieser schießt sich in die Geschichtsbücher hinein - im Film durch vergilbte Stehkader nachdrücklich gezeigt. Dann fordert Nobody Beauregard in New Orleans Straßen zum Duell. Das Volk eilt herbei, der Fotograf darf nicht fehlen! Beauregard bricht zusammen - für die Show. Endgültig hat Nobody die führende Rolle übernommen. Gegen ihn werden die Banditen jetzt anrennen müssen. Beauregard läßt sich - in zivilisiertes Schwarz gekleidet - vom Schiff nach Europa bringen. Der Schluß ist ähnlich wie die Eingangssequenz. Hill sitzt jetzt beim Barbier und wie Fonda hält er diesen mit der Pistole in Schach, um nicht die Kehle durchschnitten zu bekommen. Ist die Figur des Nobody wirklich so entwicklungsfähig wie die des Jack Beauregard? Leones Konzept ist reichlich künstlich. Die schönsten und einprägsamsten Bilder gelingen ihm, wenn er sich an die Ford`sche Tradition des Western hält: Aufnahmen von weitgedehnten Landschaften mit Tafelbergen, die berittene Bande, die durch diese Landschaft reitet. Ansonsten ist nur der Versuch erwähnenswert, Mythen synthetisch zu fertigen und damit wohl oder übel eine Wegwerfideologie zu propagieren. Leones Arroganz oder Übermut läßt Sam Peckinpah auf einem Indianerfriedhof begraben sein. Damit kann er nicht verwischen, daß dieser den wirklichen Abgesang auf den Traditionswestern gedreht hat: "Sacramento".

Veröffentlicht auf filmdienst.deMein Name ist NobodyVon: E. Sch. (28.4.2026)
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