Vorstellungen
Filmkritik
"Mögen sich Moralprediger wieder entrüsten!" - so bekräftigt der schwedische Regisseur Ingmar Bergman in einer "Liebeserklärung an den eigenen Film" (siehe Werbeheft des Verleihers) seine morbiden Experimente. Indessen beeilt sich Harriet Anderson, die Darstellerin seiner "Monika", der "Frau voller Rätsel", im NWDR den Reportern zu erklären: "O nein, ich persönlich bin nicht Monika, ich habe sie nur gespielt" - Die Film-Monika wächst in der Enge einer kinderreichen Proletarierfamilie heran, lungert als Achtzehnjährige arbeitsscheu herum, entzündet an kitschigen Liebesfilmen ihr triebhaftes Verlangen und verführt den um ein Jahr älteren Harry, gleichfalls die Arbeit niederzulegen und mit ihr auf Vaters Motorboot in die Schären hinauszufahren. Dort erleben die beiden jungen Menschen einen neorealistischen Liebessommer bis das Geld ausgeht und Monikas Zustand zur Heirat zwingt. Während Monika widerwillig und empfindungslos dem Kinde das Leben schenkt, umsorgt Harry als Montagearbeiter tatkräftig seine eben gegründete Familie. Vergebens. - das absolut minderwertige Geschöpf verlangt Vergnügungen und Luxus, betrügt ihn mit anderen Männern und verläßt ihn und ihr, wie sie sagt, "angehängtes" Kind nach einem häßlichen Prügelstreit. - Wir halten diesen Film für ein Musterbeispiel sogenannter "Lazarettpoesie", der in heftigen Einstellungsfolgen Lust und Katzenjammer umkreist. Das viele Kleinigkeiten akkurat beobachtet sind, besagt nichts, denn der Film orientiert sich nur am Negativen und trennt gottlos Geist und Seele vom Körperlichen. Es lohnt nicht, seine Zeit mit Monika zu vergeuden. Wir raten in jedem Fall vom Besuch ab.










