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Filmkritik
Jahrelang unterrichtet Robert Poutifard (Christian Clavier) an einer Grundschule in dem Provinznest Bruyères. Der eingefleischte Junggeselle wohnt bei seiner zänkischen Mutter Hugette (Isabelle Nanty). Obwohl er sich dem Schuldienst mit großem Engagement widmet, wird er immer wieder Zielscheibe von fiesen Streichen. Besonders schlimm treibt es eine Viererbande aus einer Klasse, deren Mitglieder einander hochschaukeln. Mal hängen sie ihm hinterrücks einen toten Fisch ans Jackett, mal tauchen sie den Schwamm an der Klassentafel in Leim oder verstecken einen Papagei, der Robert als Feigling beschimpft.
Als „Gehirn der Bande“ stuft der Lehrer Audrey Nabindibo (Shaëlyss Moesta) ein, die sich mit einer engelsgleichen Stimme tarnt. Als ihre rechte Hand gilt der smarte Rotzlöffel Anthony Lecain (Aaron Ryndak), der sich laut Robert als „Verkörperung reiner Unschuld“ aufführt. Dazu kommen die Zwillinge Camille (Lola Rosa Lavielle) und Mélanie Guillot (Nina Taïeb), die es ebenfalls faustdick hinter den Ohren haben. Seine einzige Stütze in der Klasse ist sein Lieblingsschüler Bouli (Sohel Harbouche), der sich bei ihm einschleimt und deswegen als Petze verschrien ist.
Informationen über die Missetäter
Als eine neue, charmante Lehrerin aus Kanada an die Schule kommt, verliebt sich Robert schnell in sie. Als er Claudine (Jennie Anne Walker) einen Heiratsantrag macht, entdeckt sie auf dem Ring den Namen einer anderen Frau und wirft ihn wütend aus dem Haus. Erst später merkt Robert, dass die Viererbande seinen Antrag sabotiert hat. Er schmiedet bittere Rachepläne und sammelt in einem Geheimversteck Informationen über die Missetäter.
Doch erst als er 20 Jahre später in Rente geht, geht er daran, sich an jenen zu rächen, die sein Leben ruiniert haben. Die vier Schüler von damals haben inzwischen beachtliche Karrieren gemacht, Der herrschsüchtige Anthony betreibt ein schickes Edelrestaurant, die Zwillinge sammeln als Influencerinnen immer mehr Follower, und Audrey geht als erfolgreiche Popsängerin auf Konzerttournee.
Mit bewährten Kräften
Für sein jüngstes Werk adaptierte der französische Regisseur Pierre-François Martin-Laval zusammen mit dem Co-Autor Daive Cohen das Jugendbuch „La troisième vengeance de Robert Poutifard“ von Jean-Claude Mourlevat. Mit der Rachegeschichte eines paranoiden Lehrers knüpft der Komödienspezialist an seine beiden größten Erfolge an: die respektlosen Schulsatiren „Les Profs“ (2013) und „Les Profs 2“ (2015), die in Frankreich jeweils ein Millionenpublikum vor die Leinwände lockten.
Martin-Laval übernahm darin selbst eine Hauptrolle und vertraute weitere Hauptrollen dem französischen Starkomödianten Christian Clavier und Isabelle Nanty an. Da er Filme gerne mit bewährten Kräften und Freunden dreht, war es für ihn naheliegend, dass er für Robert und Huguette nun erneut Clavier und Nanty engagierte. Dass Nanty, die damit in bisher allen Langfilmen von Martin-Laval mitgewirkt hat, im wirklichen Leben zehn Jahre jünger ist als ihr Filmpartner, war für die Maskenabteilung kein großes Problem.
Neben den Stars teilen sich die „Prof“-Filme und „Monsieur Robert“ die karikaturistische Figurenzeichnung, den breiten Humor und die Ansammlung von Gags. Wobei „Monsieur Robert“ einen Großteil seiner Komik aus der grellen Überzeichnung der Charaktere bezieht. Der mürrische Lehrer wirkt mit seiner psychopathischen Mutterfixierung ebenso karikaturesk wie die übergriffige Mutter, die sein Leben trickreich kontrolliert. Roberts unstillbarer Rachedurst liefert Clavier reichlich Material, um als spießiger Pädagoge noch giftiger zu agieren als in den drei „Monsieur Claude“-Komödien.
Nanty glänzt hier vor allem dadurch, dass die vermeintlich harmlose Huguette plötzlich über sich hinauswächst. Als sie von Roberts Racheplänen erfährt, erweist sie sich als einfallsreiche Komplizin. Sie kennt sich überraschend gut mit Computern aus und kann sogar ein superböses Deep-Fake-Video fabrizieren, das Audrey bloßstellen soll.
Die Rache kippt ins Rührselige
Doch während die beiden ersten Racheaktionen mit ihren paranoiden Sanktionen gegen Anthony und die Zwillinge noch recht vorhersehbar wirken, kippt der dritte Anschlag ins Rührselige. Denn es wird eine neue Figur eingeführt, die die dramaturgische Ausgangslage fundamental verändert, da es dem Rächer und seiner Komplizin die Möglichkeit verschafft, ihr Vorhaben zu überdenken und auf wenig glaubwürdige Weise ein seichtes Happy End anzusteuern.








