
In einer Talkshow erzählt der Schauspieler Joachim Fuchsberger, dass die Spiele seiner 1960 erstmals im westdeutschen Fernsehen ausgestrahlten Show "Nur nicht nervös werden" in der amerikanischen Psychiatrie entwickelt wurden. Auf die Frage, "und wieviel Patienten haben Dir da zugeschaut" antwortet er: "Eine verrückte, eine psychisch gestörte Nation". Wieso waren die Deutschen, genauer: die Westdeutschen, damals eine psychisch gestörte Nation? Ein Film über heitere und ernste Spiele, Therapien zur Um- und Selbstumerziehung sowie die Ideengeschichte einer permanenten Revolution. Es treten auf: Regisseure und Produzenten von Gameshows, Psychiater, Anthropologen und Paranoiker verschiedenster Coleur. (Quelle: Verleih)
Dort wird über Gameshows geredet und was Joachim Fuchsberger sagt, bleibt beim Regisseur hängen: Die Paar-Spiele von „Nur nicht nervös“, einer deutschen Fernsehsendung Anfang der 1960er, stammten aus der US-Show „Beat the Clock“, die wiederum auf eine Therapie für Geisteskranke in Psychiatrien zurückgeht. Dammbecks Schlussfolgerung: „Nur nicht nervös“ ist ein Format für Irre, die Deutschen müssen also psychisch krank sein. Er stößt auf ein Buch von Richard M. Brickner aus dem Jahr 1943, in dem Deutschland hochgradige Paranoia diagnostiziert wird – als Volk, das sich permanent von allen angegriffen fühlt, ohne Identität ist und deswegen nach außen aggressiv. Heilung bringt die US-initiierte Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg, gestützt auf die demokratischen Ideen der Glorious Revolution in England und die der Revolutionen in den USA und in Frankreich…
- Veröffentlichung21.04.2016
- RegieLutz Dammbeck
- ProduktionDeutschland (2016)
