Filmplakat von Rollerball

Rollerball

98 min | Science Fiction, Action, Sport
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Wir befinden uns in der Zukunft: Der eigenwillige Jonathan ist Superstar des In-Sports Rollerball, einer Mischung aus Hockey, Football und Motorradrennen. Er lebt mit seinem Freund, dem Teamkollegen Marcus, und seiner heimlichen Geliebten Aurora ein Leben auf der Überholspur. In den gigantischen Arenen werden die modernen Gladiatoren gefeiert. Die Fans wollen einen brutalen Wettkampf sehen. Rollerball ist weniger Sport als eine riesige Maschinerie, bei der es um Quoten und Gewinne geht. So setzt der skrupellose Teambesitzer Petrovich das Leben seiner Stars aufs Spiel, um die gewinnbringenden Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Deshalb lauert die Gefahr nicht in der gegnerischen Mannschaft, sondern im machthungrigen Petrovich. Schließlich kommt es dahin, dass Jonathan und seine Freunde um ihr Leben spielen müssen...(sir)

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Filmkritik

Einst - im fernen vorigen Jahrhundert - waren Utopien noch von Hoffnung und Fortschrittsgläubigkeit getragen, in diesem Jahrhundert sind sie zur Science-Fiction geworden und eher dem Gruselfilm verwandt, geprägt von den Zeichen der Angst. Die Zukunft erscheint als Drohung vor einer politischen Entwicklung zur totalen Diktatur, vor einer technischen Entwicklung zur Weltzerstörung. Auch "Rollerball" spielt in einer - freilich nicht allzu fernen - Zukunft, im Jahr 2018. Da wird es keine Kriege und Staaten mehr geben, Welt und Herrschaft sind von großen multinationalen Konzernen, den Corporations, in wenige Bereiche aufgeteilt, allgemeiner Wohlstand ist gesichert. Wie, und um welchen Preis, interessiert die Autoren freilich nicht, sie beschäftigen sich mit einer anderen Frage, mit dem ewigen Verlangen des Menschen, neben Brot auch Spiele vorgesetzt zu bekommen und mit der Notwendigkeit, für die nicht ausrottbaren Aggressionen ein Ventil zu schaffen. Dafür wurde "Rollerball" erfunden, eine Mischung von Football und Eishockey, gespielt von zwei Mannschaften auf Rollschuhen, manchmal von Motorrädern gezogen. Es geht darum, eine schwere Metallkugel im Besitz zu behalten oder in einen Trichter zu praktiziren. Dazu ist alles erlaubt - auch Verletzung und Totschlag. Das ungemein brutale Spiel hat also eine "sozialpsychologische" Funktion - aber nicht darum geht es, sondern um den Star Jonathan E. Er ist der Corporation schon zu populär und damit vielleicht gefährlich, also will man ihn mit sanfter Gewalt dazu bringen, selbst zurückzutreten. Aber Jonathan folgt diesem Wunsch nicht. Er will spielen. Und trotz einer Verschärfung der Spielregeln, die ihn "fertig" machen soll, bleibt er Sieger. Und was dann? Wir erfahren von den Folgen dieser Selbstbehauptung so wenig wie vom politischen und sozialen Umfeld dieses Geschehens. Alles bleibt unerklärt und vielfach unglaubwürdig. Weil uns Rollerball schon so bald bevorstehen soll, hat man sich auch gar nicht die Mühe gemacht, eine echte Zukunft auszudenken, sondern hat sich damit begnügt, unsere Gegenwart in einigen Entartungserscheinungen ein wenig zu überzeichnen. Ansätze zu solchen Brutalitätsexzessen im sogenannten Kampfsport gibt es heute ebenso wie Tendenzen zur politischen Machtübernahme durch Wirtschaftskonzerne. Lediglich die stupende Technik der rasanten Bildarbeit und die Leistungen der Stuntmen geben dem Film einen Anschein von Leistung und Bedeutsamkeit. Er wendet sich jedoch nicht an jene, die ernsthaft über eine drohende Entwicklung in Sorge sind, sondern an die schreienden Massen auf Sportplätzen und Pistenrändern. Das hat ihm denn auch den Erfolg gesichert. Läßt man sich von dem überlang demonstrierten Rollerball nicht täuschen, erkennt man einen eher schlampig konstruierten Film, für den weder Autoren noch Darsteller besondere Mühe aufbrachten.

Erschienen auf filmdienst.deRollerballVon: e.h. (1.2.2024)
Vorsicht Spoiler-Alarm!Diese Filmkritik könnte Hinweise auf wichtige Handlungselemente enthalten.
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