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Die Schule des Mutes - Rule Breakers

120 minDramaFSK 6
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In einem Land, in dem die Ausbildung von Mädchen als rebellisch angesehen wird, wagt es eine visionäre Frau, jungen Menschen das Träumen zu lehren. Als ihre Methode weltweit Aufmerksamkeit erregt, weckt ihr Erfolg Hoffnung – und Widerstand. Während Drohungen laut werden und Menschen um ihr Leben fürchen müssen, entfachen ihr Mut und Entschlossenheit eine Bewegung, die die Welt für immer verändern könnte. Der Film zeigt kraftvolle weibliche Vorbilder, die Grenzen sprengen, gesellschaftliche Regeln hinterfragen und eine neue Generation inspirieren. Authentisch, emotional und voller Hoffnung veranschaulicht das Drama, wie aus Angst Mut entstehen kann – und aus Mut Veränderung.
„Die Schule des Mutes – Rule Breakers“ erzählt die Geschichte junger Frauen in Afghanistan, die entgegen aller Widerstände ihren Platz in der digitalen Welt erkämpfen. Im Zentrum steht Roya Mahboob, die eine IT-Schule gründet, um Mädchen Zugang zu Bildung, Technologie und einer freien Zukunft zu ermöglichen – in einem Umfeld, in dem Mut zur überlebenswichtigen Ressource wird.
  • Veröffentlichung29.01.2026
  • Bill Guttentag
  • Vereinigte Staaten (2025)
  • 6.6/10 (1139) Stimmen

Im Jahr 2022 drehte der US-Regisseur David Greenwald unter dem Titel „Afghan Dreamers“ einen Dokumentarfilm über das „Afghan Girls Robotics Team“. Die Computerspezialistin und Tech-Unternehmerin Roya Mahboob und ihr Bruder Alireza Mehraban hatten 2017 eine Mädchengruppe in der Provinz Herat um sich geschart: Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, die als erstes afghanisches Team an internationalen Jugendwettbewerben zum Roboterbau teilnahmen.

Der US-Regisseur Bill Guttentag entwickelte 2025 aus diesem Stoff einen Spielfilm, der aus der Geschichte der jungen Programmiererinnen ein Drama über die Widerstandskraft von Mädchen in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft macht und ein filmisches Hohelied auf die Sehnsucht nach Bildung, Selbstbestimmung und Freiheit. Auftraggeber ist das US-Produktions- und Vertriebsunternehmen Angel Studios, das für fromme Geschichten und evangelikale Werte steht und der politischen Rechten in den USA nahestehen soll.

Nur Jungs dürfen mit Computern spielen

„Die Schule des Mutes“ beginnt recht holprig, da die Exposition in zehn Minuten vier Zeitebenen unterbringen will. 2017 wirbt die Computerexpertin Roya Mahboob (Nikohl Boosheri) in einer Schule in der Provinz Herat dafür, auch Mädchen Zugang zur digitalen Welt zu eröffnen. Auf dem Rückweg werden Roya und ihr Bruder Alireza Mehraban (Noorin Gulamgaus) von bewaffneten Kämpfern bedrängt und beschossen. Der Überfall weckt bei Roya düstere Erinnerungen. Als Kind wurde sie vom Computerunterricht ausgeschlossen und musste durchs Fenster zuschauen, wie die Jungen die ersten Computer der Schule ausprobieren durften.

Die junge Roya ließ sich von solchen Diskriminierungen aber nicht entmutigen und schaffte es Jahre später, die erste afghanische Software-Firma in Frauenhand zu gründen und Computerklassen für Mädchen einzurichten. Um für die digitale Bildung von Mädchen mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, stellen sie und ihr Bruder ein Mädchenteam zusammen, das in der Lage ist, an internationalen Roboter-Wettbewerben teilzunehmen. Dafür gewinnen die Geschwister die Unterstützung des indischen Unternehmers Samit Sinha (Ali Fazal), der das Projekt großzügig sponsert.

Vier begeisterte Schülerinnen

Doch der Weg ist lang und beschwerlich. Als endlich vier talentierte und begeisterungsfähige Mädchen ausgewählt sind, spielen ihre Väter oder andere männliche Verwandte nicht mit. Es kostet Roya viel Überzeugungsarbeit, alle Bedenken auszuräumen und Vertrauen zu gewinnen. Dann aber können Taara (Nina Hosseinzadeh), Haadiya (Sara Malal Rowe), Esin (Amberina Afzali) und Arezo (Mariam Saraj) endlich loslegen und sich auf ein Turnier in Washington, D. C., vorbereiten. Doch immer wieder gibt es neue Hindernisse: beim Transport von elektronischen Bauteilen, beim Zoll oder bei der Visa-Beantragung.

Überschattet wird das ehrgeizige Projekt von Drohungen der Taliban und Vorhaltungen reaktionärer Kräfte. Roya und die Mädchen werden in Sozialen Medien beschimpft, eine Schande für die afghanischen Frauen zu sein. Taaras Vater, der dem Team seine Werkstatt zur Verfügung stellt, wird mit dem Entzug von Aufträgen bedroht. Später kommt er bei einem Bombenanschlag auf die schiitische Jawadia-Moschee ums Leben. Sein Tod bringt die Entschlossenheit Royas und der Schülerinnen kurzzeitig ins Wanken, bestärkt sie am Ende aber nur noch mehr in ihrer Sehnsucht nach Freiheit, Bildung und einem selbstbestimmten Leben.

Der Film ist grob in zwei Teile gegliedert. In den ersten 50 Minuten spielt er in Afghanistan; danach hält sich das Mädchenteam weitgehend im Ausland auf, da die Turniere in Washington, D. C., Berlin und Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico stattfinden. Dort erleben die Mädchen die Solidarität von Jugendlichen aus aller Welt, die eine ähnliche Begeisterung für Roboter und digitale Kompetenzen teilen. Wenn sich die Teams bei den Wettkämpfen ihrer selbst gebauten Maschinen messen oder eigene Erfindungen vorstellen, blühen die scheuen Afghaninnen unter ihren Kopftüchern auf. Die ungewohnten Freiheitsgefühle wecken auch andere Bedürfnisse. So schleichen sich die Mädchen an Halloween aus dem Hotel, um durch die belebten Straßen zu streifen und einen Nachtclub zu erkunden.

Der Jubel hält nicht lange an

Die geradlinige, bisweilen auch etwas vorhersehbare Inszenierung kostet solche Momente der Lebenslust und der Fröhlichkeit, aber auch dramatische Zuspitzungen weidlich aus, ruft dabei aber immer wieder den politischen Hintergrund in Erinnerung. Als das afghanische Team mit dem Prototyp eines fahrbaren Landminensuchgeräts eine Goldmedaille gewinnt, jubeln die Angehörigen zu Hause bei der Live-Übertragung im Netz. Doch der Applaus hält nicht lange an. 2021 übernehmen die Taliban erneut die Macht am Hindukusch und verkünden, dass Mädchen nur noch bis zur sechsten Klasse in die Schule gehen dürfen.

Im Abspann erfährt man, dass die Mitglieder des Robotic Teams ihre Heimat verlassen haben und Schulen in den USA und Europa besuchen. Roya selbst hat in den USA eine Startup-Firma gegründet und setzt sich weiterhin für die Bildung von Mädchen ein.

Veröffentlicht auf filmdienst.deDie Schule des Mutes - Rule BreakersVon: Reinhard Kleber (20.1.2026)
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