Solo Mio

96 minKomödie, LovestoryFSK 12
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Jahrelang hat Matt (Kevin James) gespart, um seiner Verlobten (Julie Ann Emery) eine Traumhochzeit in Italien und unvergessliche Flitterwochen zu ermöglichen. Doch dann lässt seine Zukünftige ihn plötzlich allein vor dem Altar zurück. Mit gebrochenem Herzen bleibt Matt nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Reise allein anzutreten. Dabei trifft er auf die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo), deren Frohmut ihm neue Perspektiven eröffnet. Gemeinsam entdecken sie, wie das Leben und die Liebe unerwartete Wendungen nehmen können – und dass Glück oft dann entsteht, wenn man es nicht sucht.
Unter der Regie von Chuck und Dan Kinnane und wagt sich Kevin James in der Hauptrolle auf die Reise seines Lebens. Gemeinsam mit John und Patrick Kinnane schrieb er auch das Drehbuch zum Film. In weiteren Rollen spielen Nicole Grimaudo („Männer al Dente“), Kim Coates („Sons of Anarchy“, „Bad Blood“), Jonathan Roumie („The Chosen“) sowie Alyson Hannigan („American Pie“-Reihe, „How I Met Your Mother”)
  • Veröffentlichung28.05.2026
  • Daniel Kinnane, Charles Kinnane
  • Vereinigte Staaten (2026)
  • 6.8/10 (8285) Stimmen

Im Spiegel tanzt noch die Fantasie: Matt (Kevin James) und seine Verlobte Heather (Julie Ann Emery) drehen sich eng umschlungen im Kreis. Tatsächlich aber tanzt Matt allein. Noch betrunken von der ersten durchzechten Nacht in Rom, torkelt er, der eigentlich die Flitterwochen genießen sollte, hilflos durch die Honeymoon-Suite, in der er alleine einschlafen und aufwachen wird. Gestern noch hatte er alles: die perfekte Beziehung, genug Geld für zweiwöchige Flitterwochen in Rom und der Toskana – und eine Sprach-App, um sich zurechtzufinden. Nun hat sich die Partnerin abgesetzt, die Pärchenausflüge muss er alleine unternehmen und kaum einer versteht das bisschen Italienisch aus seinen Smartphone-Übersetzungen. Die perfekte Beziehung und die perfekte App sind gleichermaßen an der Realität gescheitert.

Und doch hat der nun wieder ledige Kunstlehrer gar keine Zeit, Trübsal zu blasen. Zu schnell ist eine Frau da, die sich ihm an den Hals wirft, zu schnell ist der leere Platz, den die Verlobte hinterlassen hat, mit einem wohlwollenden Kumpel aus der Honeymoon-Reisegruppe wie Jules (Kim Coates) besetzt, der sofort Drinks, Ratschläge und mit seiner Ehefrau Meghan (Alyson Hannigan) und dem Pärchen Neil (Jonathan Roumie) und Donna (Julee Cerda) noch dazu nette Gesellschaft heranholt.

Ein Tollpatsch, der weder Humor noch Herzlichkeit verliert

Es steckt eine Warmherzigkeit in diesem Gestus. Kevin James ist einer der wenigen Comedians, der eben diese im ohnehin rar gewordenen Komödien-Mainstream noch vertritt. Sein Matt Taylor ist entsprechend auch kaum unterscheidbar von den anderen Hauptfiguren, die James in „Der Kaufhaus-Cop“ (2009), „Die wahren Memoiren eines internationalen Killers“ (2016), „Playdate“ (2025) et cetera verkörpert. Auch Matt ist der liebenswerte Tollpatsch, der sich von der Welt auf den rechten Weg schieben lässt, unterwegs ordentlich strauchelt, dabei aber weder den Humor noch seine Herzlichkeit verliert.

In „Solo Mio“ ist es ganz Italien, das sich verschwört, ihn durch seine Liebeskrise zu führen. Abgesehen von den Jungs, die ihm vor dem reizenden Café nahe seines Hotels das Portemonnaie aus der Tasche fingern, steht absolut jeder Mensch in Rom hinter ihm. Zunächst ist da der empathische Concierge Marcello (Alessandro Carbonara), der Matt überzeugt, Italien alleine zu genießen, Wein zu trinken, in die Toskana zu reisen und gut essen zu gehen. Eigentlich aber ist es Gia (Nicole Grimaudo), die Matt wieder auf die Beine hilft. Nicht nur besorgt sie seine Geldbörse von den jugendlichen Langfingern zurück, sie zeigt ihm auch das echte Rom, das die Tourismus-Touren, so gut sie auch sein mögen, eben nicht zu fassen kriegen: ein eigener Tisch im überlaufenen und betont authentischen Familienrestaurant, ein Fest auf den Dächern der Stadt und das anschließende, persönlich zubereitete Mitternachtsgebäck im geschlossenen Café. Beim dritten gemeinsamen Date gibt es dann auch einen recht emphatischen Wangenkuss, der weniger „auf Wiedersehen“ als „Ich hab’ dich sehr gern“ sagt – so zumindest sehen es die neu gewonnenen Freunde. Bevor er überhaupt die Chance hat, wirklich von der Liebe enttäuscht zu sein, ist Matt schon wieder verliebt.

Mit italienischen Großmüttern Teig kneten

Auch Italien wird bis an die Grenzen der Selbstparodie auf die von James als Co-Autor entworfene Version des perfekten Urlaubs hingebürstet, wenn er mit italienischen Großmüttern Teig knetet, zum Palio di Siena eingeladen wird und an der Seite von Andrea Bocelli nicht nur einen Ausritt zum lokalen Gemüsehändler unternehmen darf, sondern mit ihm eine keineswegs komisch unterlaufene Darbietung von „Nessun Dorma“ zum Besten geben darf. „Solo Mio“ ist bei diesem Bad in Italien-Klischees eher romantisch als komisch, weiß die traumhaften Flitterwochen aber dennoch recht elegant zu navigieren.

Man möchte sie Kevin James gönnen und doch fühlen sich die romantischen Wochen mit der „falschen“ Frau bald allzu sehr wie eine allzu unwidersprochene Männerfantasie an. Gia ist nicht nur da, um Matt an die Hand zu nehmen und ihn anzuhimmeln, wenn er charmant daherkommt, sie ist es auch, die eine Entschuldigung parat hat, wenn das unweigerliche Zerwürfnis anrollt. Die Ex ist ihm ohnehin etwas schuldig, schließlich hat sie den gutherzigen Verlobten allein vor dem Altar warten lassen und auch auf seine unzähligen Kontaktversuche nicht reagiert. In Summe muss sich dann doch allzu viel seinem Willen beugen. Schwacher Trost: Immerhin ist es ein guter Wille.

Veröffentlicht auf filmdienst.deSolo MioVon: Karsten Munt (23.12.2026)
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