Vorstellungen
Filmkritik
Die Comedy-Truppe Broken Lizard landete im Jahr 2001 mit „Super Troopers - Die Superbullen“ (fd 37 705) einen kleinen Überraschungserfolg. Ihre Blödel-Komödie lief auf dem Sundance Festival, wurde von Fox Searchlight gekauft und spielte weltweit 23 Millionen US-Dollar ein. Mit „Club Mad“ (fd 36 549) und „Bierfest“ (fd 37 817) kamen noch andere, weniger erfolgreiche Filme von Broken Lizard ins Kino. Für die späte Fortsetzung „Super Troopers 2“ musste nun ein Crowdfunding herhalten. Fans sammelten über 4,6 Millionen US-Dollar, die auf dem üblichen Produktionsweg nicht aufzutreiben waren. Die Handlung der „fan-basierten“ Komödie ist mehr als übersichtlich. Eine chaotische Truppe von Gesetzeshütern, die sich nach den Eskapaden in „Super Troopers“ zwischenzeitlich als Handwerker verdingen mussten, wird zurückgeholt, um die Übergabe eines Landstücks von Kanada an die USA zu überwachen. Korrekturen im Grenzverlauf machen diesen Schritt notwendig. Die ehemaligen Vermont Highway Patrol Officers Thorny (Jay Chandrasekhar), Farva (Kevin Heffernan), Rabbit (Erik Stolhanske), Foster (Paul Soter) und Mac (Steve Lemme) übernehmen zusammen mit ihrem Vorgesetzten Captain O’Hagan (Brian Cox) die Polizeistation einer franko-kanadischen Stadt. Die Handlung kreist weitgehend um Vorurteile und nationale Klischees sowie Zoten über die jeweilige andere Sprache. So setzen die nun überflüssigen kanadischen Mounties der ungeliebten US-Konkurrenz einen riesigen Braunbären ins Büro. Die Super Troopers revanchieren sich, indem sie in kanadischen Uniformen Verkehrsteilnehmer schikanieren. Auch bietet das vom zwielichtigen Bürgermeister des Städtchens betriebene Bordell bald Anlass für eine Schlägerei. Dabei fliegen nicht nur Fäuste, sondern auch Riesendildos durch die Luft; hinzu kommen zahllose homophobe Andeutungen und reichlich Sexismus. Ein Höhepunkt dieser Art von Humor ist der Versuch, sich die Hodensäcke zu rasieren. Die anzüglichen Wortwitze strapazieren die Kunst der Synchronisation. Fürs Finale wird ein dünner Handlungsfaden wieder aufgriffen und die Spur von Schmuggelware zu den wenig überraschenden Verdächtigen verfolgt. Selbstredend verweist der späte Neuaufguss aufs „Original“; die „Star Wars“-Reihe baut schließlich auch dauernd Referenzen ein. Hier wird ein „Miau“-Scherz fortgeführt, der daraus besteht, dass einer der Polizisten jeden Satz mit „Miau“ beendete. Broken Lizard beziehen sich in ihrem Tun auf den Klassiker „Ich glaub’, mich tritt ein Pferd“ (fd 21 085) von John Landis. Allerdings erinnert ihre Weiterführung dieses Klamauks eher ans Schülertheater. „Super Troopers 2“ wurde vom Broken Lizard-Kollektiv Jay Chandrasekhar, Kevin Heffernan, Steve Lemme, Paul Soter und Erik Stolhanske geschrieben und von Chandrasekhar inszeniert. Allerdings führt die Mitsprache des Publikums durchs Crowdfunding zur ermüdenden Repetition des Immergleichen. Während andere späte Remakes im Blödel-Genre wie „Starsky & Hutch“ (fd 36 412) durch Übertreibung amüsieren oder „Zoolander“ (fd 35 194) sich durch ein Übermaß an Absurditäten zur freischwebenden Interpretation reizt, präsentiert Broken Lizard reinen Stillstand. In der Summe ergibt die Kombination aus alternden Komikern, die sich seit Jahren nicht weiterentwickelt haben, und einem Crowdfunding, das die Kontrollen klassischer Produzenten umgeht, eine missglückte Komödie. Auch Blödeln will gekonnt sein.



