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Tage

Dokumentarfilm
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Tage ist kein Memoir von Schreiners Kampf mit seiner Krankheit – dies wird nur angedeutet, fast schon beiläufig. Schreiner betrachtete seinen kranken Körper vor allem als künstlerische Herausforderung: Was ist möglich, was lässt sich aus dem Set von Optionen und Perspektiven entwickeln, die ein solcher Zustand bietet? Kurioserweise verwandelte sich Tage in eine Variation seines letzten vollendeten Films, Garten (2019): Ein Kammerspiel, das fast ausschließlich in seinem Haus gedreht wurde und ihn selbst, seine geliebte Frau Maria sowie einige Freunde zeigt. Es ist auch eine Rückkehr zu einem Kino der Intimität, das er zuletzt mit Kinderfilm (1985) ausprobiert hatte. Damit strebte Schreiner eine weitere Ebene künstlerischer Freiheit mit Tage an und erreichte sie, denn keiner seiner bisherigen Werke ist so leichtfüßig in seiner Bewegung: reiner Stream-of-Consciousness in einem diaristischen Rahmen – ein Film so offen wie Schreiners rastlos suchende Seele und unendlich neugieriges Herz.
  • Peter Schreiner