Vorstellungen
Filmkritik
Seitdem er den Mörder seiner Frau entkommen lassen mußte, weil der formelle Schuldbeweis nicht rechtzeitig zu beschaffen war, hilft sich der große Polizeichef mit dem unfehlbaren Kriminalinstinkt durch gefälschte Beweisstucke. Zu Beginn der Filmhandlung erledigt er das neueste Opfer eines Verdachts auf die gleiche unzulässige Art, gerät dabei aber an einen mexikanischen Kollegen, der seinen Trick durchschaut und ihm Widerstand leistet. Bis hierher kann man dem Film die kompliziert gebaute Geschichte abnehmen als den interessanten Fall eines skrupellosen Polizisten, der das Pech hat, nicht in einem Polizeistaat zu leben, und der überdies vom Milieu her Gelegenheit bietet, den amerikanisch-mexikanischen Gegensatz anzuleuchten. Danach jedoch, mit einem taktischen Mord, den der Polizist eigenhändig begeht, und mit dem bluttriefenden Ende auf der Grenzbrücke, artet die Studie in einen schwerkalibrigen Dreigroschenroman aus, der nur mehr die Nerven strapaziert. Orson Welles, Regisseur und Hauptdarsteller, schießt wieder ein ganzes Bündel seiner genialischen Einfälle ab, und der Kameramann wie der Maskenbildner (grausige Totengesichter hängen ins Bild hinab!) erweisen sich als willige Mitarbeiter. Aber diese Blitze zucken über einer künstlich verdunkelten Handlung, in der man vergeblich nach dem Bedeutungsvollen herumtappt, das sich anfangs abzuzeichnen schien. Kein Film für empfindsame Gemüter.
