War Machine

122 minDrama, Komödie, Kriegsfilm
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General Glen McMahon genießt unter den hochdekorierten amerikanischen Generälen den Ruf, ein echter Rockstar zu sein, einer, der Ergebnisse liefert und keine Kompromisse eingeht. So ist es eigentlich selbstverständlich, dass ihm das Kommando über die Truppen in Afghanistan übertragen wird. Obwohl der Krieg dort als unmöglich zu gewinnen betrachtet wird, ist McMahon fest entschlossen, möglichst bald den Sieg davon zu tragen. Dafür hat er sich eine radikal neue Strategie zurechtgelegt – doch um die in die Tat umzusetzen, müssen er und seine Offiziere und Berater rund um den Globus Allianzen knüpfen, Truppen einsammeln und sich mit Politik und Medien herumschlagen – und dabei darf natürlich auch der Krieg selbst nicht aus den Augen verloren werden oder die Soldaten, die ihn tatsächlich vor Ort in Afghanistan ausfechten…
  • David Michôd
  • 5/10 (1237) Stimmen

General Glen McMahon ist ein Relikt, ein Hammer in Schraubenzeiten. Die US-Streitkräfte mögen kurz vor ihrem Rückzug aus Afghanistan stehen, doch McMahon ist davon überzeugt, den asymmetrischen Krieg allein durch die Kraft seiner Persönlichkeit »gewinnen« zu können. Der Protagonist von David Michôds brachialer Kriegssatire »War Machine« basiert lose auf dem General Stanley McChrystal, der im Jahr 2010 nach scharfer Kritik an der US-Regierung von seinem Posten als Kommandeur in Afghanistan zurücktreten musste. Brad Pitt verkörpert ihn als tumbe Soldatenkarikatur, eine ignorante Darstellung von Ignoranz: der Unterkiefer stets etwas vorgeschoben, das Gesicht gibt die Anstrengung jedes Gedanken preis, der Stimmeinsatz ein schroffer Befehlston. Der menschgewordene Dunning-Kruger-Effekt, umgeben von einem Schießbudenfigurenkabinett an blassen Nebencharakteren. Ben Kingsley, Tilda Swinton und Russell Crowe absolvieren glanzlose Gastauftritte. Der Australier David Michôd wurde mit den absurd grimmigen Filmen »Königreich des Verbrechens« (2010) und »The Rover« (2014) bekannt. Sein Versuch in Sachen Satire fällt hingegen zahnlos aus: Die Pointen sind naheliegend und repetitiv, die Ziele mehr als einfach. Die stolz präsentierten militärischen und politischen Betonköpfe spiegeln nur das fest zementierte Weltbild des Films wieder. McMahon wirkt selbst in Moment des Zweifels wie ein Clown. Wenn er zu pathetischer Musik in Berlin vor Käthe Kollwitz’ Skulptur »Mutter mit totem Sohn« tritt, dann zerbersten die Tonalitäten aneinander. Der Inszenierung fehlt die Fähigkeit zur Modulation. In den Bildern strebt sie einen farbarmen Realismus an, der die Lächerlichkeit der Wirklichkeit zeigen will. Eine Variante des Journalisten Michael Hastings, an dessen Buch »The Operator« sich der Regisseur orientiert, kommentiert das Geschehen per Voice-over mit Allgemeinplätzen. Die Off-Kommentare vereinfachen den komplexen Krieg mit derselben Hybris, die McMahon vorgeworfen wird, ohne dafür auf ähnliche Weise karikiert zu werden. »War Machine« ist seiner Hauptfigur sehr viel ähnlicher, als ihm lieb ist.

Veröffentlicht auf filmdienst.deWar MachineVon: Lucas Barwenczik (29.6.2026)
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