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Beast

115 minDrama, Action
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Szenebild von Beast 1
Die MMA-Legende Patton James, der mittlerweile als Berufsfischer arbeitet, wird zurück in den Käfig gezogen, als sein Bruder in Gefahr gerät. Nach der Wiedervereinigung mit seinem alten Trainer Sammy stellt er sich einem letzten Kampf um die Meisterschaft – gegen den brutalen Champion Xavier Grau.
  • Tyler Atkins
  • 2026

Mike Tyson, Henry Maske, Tyson Fury: Sie gehören zu einer ganzen Reihe von Kampfsportlern, die nach dem Ende ihrer aktiven Karriere doch nochmal in den Ring stiegen. Als Zuschauer stellt man sich die Frage: Warum eigentlich? Ist es wirklich der Sportsgeist, der die gealterten Kämpfer antreibt, es sich und der Welt noch einmal beweisen zu wollen? Oder doch nur der Wunsch, mit dem Comeback ein bisschen schnelles Geld zu machen, solange der berühmte Name auf dem Werbemarkt noch etwas abwirft?

Filmemacher Tyler Atkins greift in „Beast“ dieses Comeback-Motiv auf und webt darum ein Sportlerdrama. Daniel MacPherson schlüpft in die Rolle des ehemaligen MMA-Profikämpfers Patton James, der nach seinem sportlichen Zenit einen gesellschaftlichen Abstieg erlebte. Zehn Jahre später heuert der ehemalige Sportler auf einem australischen Fischkutter an. Doch das Pech klebt ihm an den Fersen, weshalb der Kapitän ihn nach etlichen ertraglosen Fangfahrten wieder rauswirft.

Eine Reihe klischeehafter Schicksalsschläge

Drehbuchautor David Frigerio und Co-Autor Russell Crowe, die zuletzt beim Actionfilm „Land of the Bad“ zusammenarbeiteten, dichten ihrem gebrochenen Helden einen klischeehaften Schicksalsschlag nach dem anderen an. Pattons Frau Luciana (Kelly Gale) ist mit dem zweiten Kind schwanger, die älteste Tochter braucht eine teure Therapie, und Pattons aufbrausender Bruder Malon (Mojean Aria) ist bis über beide Ohren verschuldet bei einem stadtbekannten Gangster.

Die Not treibt Patton James deshalb in die Arme des MMA-Managers Gabriel (Luke Hemsworth), dessen muskulöser Schützling Xavier Grau (Bren Foster) sich mit einem grenzwertigen Kampfstil zum Champion emporgekämpft hat. Doch seine bitterste Niederlage erlitt Grau ausgerechnet gegen Patton, weshalb er nach einem Kampf gegen dessen Bruder Malon, der danach ins Koma fällt, eine Revanche fordert. Alles wirkt künstlich überdramatisiert, um auch dem Letzten klarzumachen, dass Patton James keine andere Wahl bleibt.

Russell Crowe bleibt blass

Mehr und mehr formt sich diese Vendetta als treibendes Motiv für Patton heraus, der zunächst keinerlei Ambitionen für einen Showkampf hegt. Doch der Ruf des Geldes ist zu verlockend, weshalb Patton seinen alten Trainer Sammy (Russell Crowe) aufsucht – der ihn erstmal mit einem australisch-sympathischen „Verpiss dich“ begrüßt.

Bis auf einige Fluchtiraden bleibt der sonst so vereinnahmende Crowe erschreckend blass. Er humpelt lediglich ab und an durch die Szenerie, während seine Filmtochter das Gros des Aufbautrainings für Patton James übernimmt, und verpasst es selbst im großen Endkampf, seine Figur über das Skizzenhafte hinaus zu entwickeln.

Ein Film, der nicht weh tut

Ohne eigenen kreativen Antrieb, entwickelt sich „Beast“ in fast zwei Stunden Laufzeit zu einer reinen Aneinanderreihung von Altbekanntem. Trotz trauriger Tischgespräche einer zerrütteten Familie, Anstarr-Wettbewerben zwischen testosterongeschwängerten Muskelbergen oder schweißtreibenden Trainingsmontagen springt der emotionale Funke nie über. Anstatt auf klassischen Boxsport setzt „Beast“ auf das technisch variable Mixed Martial Arts. Die Kämpfe sind durchaus ansehnlich umgesetzt, bleiben jedoch hinter ähnlich budgetierten Sportfilmen wie „Embattled“ zurück.

„Beast“ ist ein Film, der nicht wehtut – und das ist sein Problem. Es fehlt schlichtweg die inszenatorische Wucht in den entscheidenden Momenten wie es sie etwa in „Rocky IV“ gab, wenn Ivan Drago den übermütigen Apollo Creed vor den Augen seines Freundes Rocky totschlägt. So fällt es schwer, mit Patton James in seinem Kampf gegen gesellschaftliche wie sportliche Hürden ansatzweise mitzufiebern.

Veröffentlicht auf filmdienst.deBeastVon: Steffen Buchmann (29.6.2026)
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