Vorstellungen
Filmkritik
Vermutlich entstand dieser Film nur, um aus der Boulevard-Legende vom verhinderten Liebespaar Romy Schneider-Alain Delon nochmals Kapital zu schlagen. Die beiden Stars selbst spielen ohne großes Interesse an ihren Rollen und den sich ergebenden psychologischen Situationen; routiniert, doch ohne Präzision oder physische Präsenz spielen sie ein unverheiratetes Paar, das in einer Luxusvilla bei St. Tropez die Ferien verbringt. Die Idylle wird schnellstens gefährdet, als der gemeinsame Freund Henri mit seiner hübschen Tochter Penelope hinzukommt. Nach und nach gibt der unerträglich banale Dialog Teile der Vorgeschichte bekannt. Marianne "schreibt" von Berufs wegen (was, erfährt man nicht) und hatte einmal ein Verhältnis mit dem selbstsicheren Musiker Henri (Maurice Ronet), bei dem sie vor zwei Jahren Jean-Paul (Alain Delon) kennengelernt hat; ihr neuer Freund hat ebenfalls "geschrieben" und betätigt sich jetzt ohne großen Erfolg bei einer Werbeagentur. Henri spielt ziemlich unverblümt auf sein früheres Verhältnis zu Marianne an und. macht ihr erneut als aussichtsreicher Bewerber den Hof. Jean-Paul revanchiert sich mit der Verführung Penelopes. Als es deswegen zur Auseinandersetzung zwischen den betrunkenen Männern kommt, ertränkt Jean-Paul seinen früheren Freund im Swimmingpool. Marianne hilft, den Mord zu vertuschen. - Jacques Derays Vierecksgeschichte ist durch die oberflächliche Inszenierung viel zu sehr auf die luxuriösen Äußerlichkeiten fixiert, um im Zuschauer Anteilnahme oder Interesse zu wecken. Wohlstandsrequisiten werden aufdringlich in die Großaufnahme geholt, das geht bis zum Gürtelreifen von Henris Sportkarosse ("Paris-St. Tropez in 15 Minuten!") oder zum Glas Whisky; von emotionellen oder erotischen Spannungen zwischen den Figuren wird allenfalls geredet. Sinnlich erfahrbar wird nur die sich ausbreitende Langeweile, die freilich von den Protagonisten beharrlich abgestritten wird. Die gezeigten Verhaltensweisen resultieren ohnehin mehr aus dramaturgischer als aus psychologischer Notwendigkeit; überraschend für den Zuschauer ist da nur noch die prompte Erfüllung des durch Kenntnis üblicher Klischees längst Vorhergesehenen.










