Zum Hauptinhalt springen

DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL

66 minAbenteuer, Fantasy, Trickfilm
Tickets
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 1
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 2
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 3
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 4
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 5
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 6
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 7
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 8
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 9
Szenebild von DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTEL 10
Am Tag, als der Geburtstag des großen Kalifen zelebriert wird, erscheint ein Fremder in der Stadt und stellt sein Wunderwerk vor: ein Pferd, das durch die Lüfte fliegen kann. Der Kalif möchte dieses Zauberpferd unbe­dingt besitzen, aber als Gegengabe soll er seine schöne Tochter Dinarsade dem Hässlichen zur Frau geben. Das erzürnt Dinarsades Bruder Achmed, doch der Zauberer versteht es, den Prinzen auf das Pferd zu locken. So beginnt Achmeds Reise hinauf zu den Sternen. Endlich entdeckt Achmed den Hebel, der das Pferd abwärts treibt, und lan­det auf der Insel Wak-Wak. Hier lebt die schöne Pari Banu, in die sich Prinz Achmed auf den ersten Blick verliebt und die er entführt. Das atemberaubend schöne Märchen nach Motiven aus „Tausendundeine Nacht“ ist der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte. Von 1923 bis 1926 entstanden etwa 250.000 Einzelaufnahmen auf einem Tricktisch, fast 96.000 fanden für den Film Verwendung.
  • Veröffentlichung03.09.1926
  • Lotte Reiniger, Carl Koch
  • Deutschland
  • 7/10 (4798) Stimmen

Aladin erzählt seinem Freund Achmed von seinem Schicksal im Land der Dämonen: Höhepunkt dieser Rückblende ist der Bau eines riesigen Palastes in einer Nacht. Vor den Augen des Zuschauers wächst ein Bau mit Türmen und Zinnen aus dem Boden und sieht fast so aus wie eine Computer-Simulation. Doch dieser virtuelle Bau ist die Handarbeit fantasiebegabter, emsiger Menschen. Nicht das Gefühl der Rührung stellt sich beim heutigen Betrachter dieser Bilder ein als vielmehr des großen Respekts vor solch einer Leistung aus den 20er Jahren. Basis des Unternehmens waren für Lotte Reiniger und ihr Team Motive aus den Märchen "Prinz Ahmed und die Fee Peri-Banu" und "Ala ed-Din und die Wunderlampe" aus der Sammlung "1001 Nacht". Geschickt werden die beiden Geschichten miteinander verknüpft und ergeben eine spannende, sehr abwechslungsreiche Filmerzählung. Was passiert nicht alles in dieser kurzweiligen Stunde! Entführung vom Hofe des Kalifen und Flucht in der Luft und zu Wasser, pompöse Hochzeit am Hof des Kaiser von China und Prinz Achmeds Gefecht mit einer riesigen Schlange, das Duell zwischen der guten Hexe der Flammenberge und dem bösen afrikanischen Zauberer, zwischen den guten Geistern der Wunderlampe und den schwarzen Dämonen aus dem Land Wak-Wak. Action-Höhepunkt ist der Kampf der sich ständig in andere Tiere verwandelnden Hexe mit dem ebenfalls in immer wieder neue Gestalten schlüpfenden Zauberer. Ein ununterbrochener Wechsel der Schauplätze, schnelle Szenenfolgen lassen fast annehmen, der Film sei für Zuschauer von heute gemacht. Mit welcher Meisterschaft Lotte Reiniger ihre Figuren ausstattet! Das, was eigentlich im Scherenschnitt nicht darstellbar zu sein scheint, arbeitet sie besonders heraus: die Barthaare des Kalifen, die Flügelfedern eines Vogels, Palmenwedel und immer wieder die Finger der Figuren. Sie erinnern mitunter an Max Schrecks Spinnenfinger aus Murnaus "Nosferatu" und scheinen hier als "Ersatz" für die Augen der Helden zu dienen. Ganz selten nur werden sie mit Augen ausgestattet; wenn aber doch, dann dürfen die Bösen mit den Augen rollen und die Guten blinzeln. Selbst Humor hat hier seinen Platz. Von ihrem Film, dessen Negativ verloren war, fertigte Lotte Reiniger später eine Rekonstruktion an. Das Deutsche Filmmuseum erstellte zu Ehren Lotte Reinigers zu ihrem 100. Geburtstag im Jahre 1999 eine restaurierte Fassung in Kooperation mit dem Kulturkanal arte mit einer vom Filmorchester Babelsberg eingespielten Musik von Wolfgang Zeller. Die Geschichte des Films nach seiner Premiere, der Vergleich der verschiedenen Versionen - auch das ist schon wieder eine spannende Geschichte. - Sehenswert ab 6.

Veröffentlicht auf filmdienst.deDIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED + VORFILM: ASCHENPUTTELVon: Michael Hanisch (23.6.2026)
Über filmdienst.de Filmdienst.de, seit 1947 aktiv, bietet Filmkritiken, Hintergrundartikel und ein Filmlexikon zu neuen Kinofilmen aber auch Heimkino und Filmkultur. Ursprünglich eine Zeitschrift, ist es seit 2018 digital und wird von der Katholischen Filmkommission für Deutschland betrieben. filmdienst.de