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Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit

145 minScience Fiction, Thriller, MysteryFSK 12
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Steven Spielberg ist zurück! Sein aktueller Blockbuster DISCLOSURE DAY sorgte bei Testscreenings für Begeisterung: „Eine rasante Achterbahnfahrt“, „voller Magie“ und der „besten Darbietung von Emily Blunt.“ Story: Eine  Regierungsanalystin  findet Hinweise auf außerirdische Erscheinungen. Unterstützt von einem Physiker und einem Diplomaten kommt sie dem Geheimnis näher und gerät dadurch in Gefahr… Kino-Magier Steven Spielberg ist sicher: Wir sind nicht allein im Universum. Das hat er in Blockbustern wie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART, E.T. und KRIEG DER WELTEN zum Ausdruck gebracht. Eine Gewissheit, die bei dem inzwischen 80jährigen laut Interview sogar noch gestiegen ist.
  • Veröffentlichung10.06.2026
  • Steven Spielberg
  • Vereinigte Staaten (2026)
  • Untertitel, Audiodeskription

Seit über 50 Jahren dreht Steven Spielberg schon Filme. Zusammen mit George Lucas hat er Mitte der 1970er-Jahre das Blockbuster-Kino erfunden. Spielberg hat Abenteuerfilme, Dramen und Kriegsfilme inszeniert und ist einer der einflussreichsten Regisseure der Filmgeschichte. Zum Science-Fiction-Genre kehrt er in Abständen immer wieder zurück. Schon „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) und „E.T. - Der Außerirdische“ (1982) machten aber deutlich, dass sich Spielberg nicht für Space Operas à la „Krieg der Sterne“ oder Dystopien wie „Blade Runner“. Keine Waffen, keine Zerstörung, keine Katastrophen; Spielbergs Science-Fiction-Filme haben vielmehr etwas Friedliches, fast schon Versöhnliches.

Dabei stehen oft beschädigte Familien im Mittelpunkt, die von Außerirdischen wieder zusammengebracht werden. Das Fremde ist bei Spielberg nicht böse oder gewalttätig. Die Aliens kommen auf die Erde, um den Menschen zu helfen. „Krieg der Welten“ (2005) scheint diese These zu widerlegen. Doch auch hier vereint die Katastrophe eine Familie während der Handlung. Ein Thema, das mit der Erinnerung an die Kindheit der Protagonisten auch in „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ wiederkehrt.

Zunächst aber beginnt der Film mit einem Tritt ins Gesicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Spielberg wirft den Zuschauer mitten in ein Wrestling-Match, aufgenommen mit subjektiver Kamera aus Sicht des Gegners, der ordentlich einstecken muss. Das Publikum in der Halle johlt und schreit. Mitten im Publikum sitzt der IT-Sicherheitsexperte Daniel Kellner (Josh O’Connor), der von finsteren Männern in dunklen Anzügen gezwungen wird, einen Rucksack voller USB-Sticks plus einen geheimnisvollen Gegenstand, der im Original nur „The Device“ genannt wird, auszuhändigen. Erst dann wird er seine entführte Freundin Jane (Eve Hewson) wiedersehen.

Daten, die alle Menschen angehen

Welche Informationen sich auf den Sticks befinden, erfährt man erst später. Daniel hat Daten gestohlen, „die alle Menschen angehen“. Darum ist ihm der Regierungsagent Noah Scanlon (Colin Firth) auf den Fersen. Er ist Chef der Behörde „Wardex“, die Beweise über Außerirdische auf der Erde gesammelt hat. Das will er um jeden Preis geheim halten. Zwischenzeitlich lernt man auch Margaret Fairchild (Emily Blunt) kennen, die in Kansas beim Fernsehsender KCXE gut gelaunt das Wetter vorhersagt. Als ein roter Kanarienvogel durchs offene Fenster auf den Frühstückstisch fliegt, kann sie wie aus heiterem Himmel Russisch sprechen – zur Verwirrung ihres Freundes Jackson (Wyatt Russell). Auf der Arbeit unterhält sie sich plötzlich mit koreanischen Studiogästen in deren Sprache. Einem Polizisten, der sie wegen Geschwindigkeitsübertretung anhält, gibt sie Tipps in Beziehungsfragen, weil sie alles über ihn weiß. Allmählich wird klar, dass Daniel und Margaret eine Vergangenheit verbindet, die bis in die Kindheit zurückreicht. Nachdem sie sich kennengelernt haben, flüchten sie gemeinsam vor Scanlon und seinen Häschern. Ihr Ziel: die Wahrheit über außerirdisches Leben ans Licht bringen.

Steven Spielberg ist fest davon überzeugt, dass es außerirdisches Leben gibt. Alles andere wäre bei der Vielzahl von Planeten im Weltall, auf denen erdähnliche Bedingungen für mögliches Leben herrschen, auch vermessen. Vielleicht waren die Aliens ja schon längst da. Anhörungen über Ufos, geheime Militärvideos und Diskussionen über ungewöhnliche Phänomene im All haben als Thema die Öffentlichkeit längst erreicht. Der zentrale Konflikt des Films besteht darin, dass die Bekanntgabe der Wahrheit über Aliens auf der Erde, der sogenannte „Disclosure Day“, Chaos auslösen würde; einen plötzlichen Wechsel, der die Welt verändern würde. „Die Menschen hungern nach Wahrheit“, heißt es anderseits dennoch im Film, auch wenn Scanlon und seine Behörde das anders sehen.

Action, Sprache und Kommunikation

Spielberg verbindet zunächst geschickt die verschiedenen Handlungsstränge. Wenn sie sich verbinden und Margaret und Daniel sich treffen, sind sie ein Paar auf der Flucht, so wie das Paar in „Sugarland Express“ (1974), dem Kinodebüt von Spielberg. Auch in „Disclosure Day“ gibt es Verfolgungsjagden mit zahlreichen Autos, so als wollte sich Spielberg selbst zitieren. Dabei erweist er sich einmal mehr als souveräner Regisseur, der Action überraschend aufzulösen weiß. Aufregend ist auch die „Begegnung“ mit einem Güterzug.

Doch Spielberg kann sich auch zurücknehmen. Auf einer weiteren Ebene handelt der Film von Sprache und Kommunikation. Margaret spricht plötzlich mehrere Sprachen und kann in Konflikten vermitteln. Das erinnert an Denis Villeneuves „Arrival“, in dem es darum ging, wie Menschen miteinander umgehen und was sie von den Aliens lernen können.

Von allen Figuren macht Margaret die größte Wandlung durch. Zunächst ist sie die fröhliche Wetterfee mit Ambitionen auf den Moderationsstuhl. Ihre plötzlich erworbenen Sprachkenntnisse versucht sie zu ignorieren, irgendwann geht das nicht mehr. „Ich weiß Dinge!“, muss sie endlich zugeben. Schließlich schafft sie es sogar, ihren Status als „Passagier“, als Botschafterin zwischen Menschen und Aliens, zu genießen: „I’m in the flow.“ Emily Blunt hat sichtlich Spaß an dieser Rolle; ihre Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Blunt ist es auch, die den Film nach einem originellen Showdown in einer Feuerwehrhalle in Kansas zu seinem bewegenden und emotionalen Höhepunkt führt, der dem in „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ in nichts nachsteht. Steven Spielberg hat sich einmal mehr übertroffen.

Veröffentlicht auf filmdienst.deDisclosure Day - Der Tag der WahrheitVon: Michael Ranze (9.6.2026)
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