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Groupies bleiben nicht zum Frühstück

103 minKomödie
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Die 17-jährige Lila war ein Jahr lang als Austauschschülerin in den USA und hat deshalb wenig vom Leben in Deutschland mitbekommen. Auch nicht davon, dass gerade die Band "Berlin Mitte" die Herzen der Damenwelt höher schlagen lässt und unter den weiblichen Teenagern für schlaflose Nächte sorgt. Kein Wunder also, dass sie nicht wirklich weiß, wer vor ihr steht, als sie deren Sänger und Frauenschwarm Chriz kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Aber kann das wirklich gut gehen? (j.b.)

Es gibt sie noch, die Bands, die seit der Schulzeit die Ochsentour gewählt haben, von Jugendhaus zu Jugendhaus tingeln, um dann eines Tages groß heraus kommen. Jetzt heißt es, sich nicht verbiegen lassen, den Versuchungen des Pop-Business widerstehen, bodenständig bleiben. So eine Band ist Berlin Mitte aus dem niedersächsischen Nirgendwo, aber jetzt „Top of the Pops“ – und auf dem Sprung nach Amerika! Folglich gibt es einen Manager, der ein Auge auf die Jungs hat, und einen engen Zeitplan für Promo-Aktionen mit den Fans. Chriz, gutaussehender und eigentlich ganz normal gebliebener Frontmann, ist das Ganze manchmal schon ein wenig viel, aber die anderen Jungs und Mädels der Band wollen den Durchbruch. Die 17-jährige Lila hat noch nie von Berlin Mitte gehört. Gerade erst ist sie von einem Schüleraustausch in den USA zurückgekehrt, wo sie abgeschnitten von der Zivilisation und Internet unterkam und nun nicht weiß nicht, was „en vogue“ in der Pop-Welt ist. Aber vielleicht ist die Zielgruppe von Berlin Mitte auch viel jünger; wenn man das hysterische Treiben von Lilas kleiner Schwester Lucy und ihren Freundinnen beobachtet, spricht einiges dafür. – Marc Rothemund stellt die Hierarchie zwischen der Pop-Welt als Sehnsuchtsort und dem Alltag einer Abiturientin auf den Kopf und schaut zu, was passiert. Die Geschichte ist nicht neu, aber es ist recht charmant erzählt, wie es Chriz genießt, dass Lila ihn nicht „erkennt“, und er versucht, seine Popularität möglichst lange aus dem Spiel zu halten. Der Film ist, natürlich, eher ein Märchen als Pop-Theorie, spart aber nicht mit einigen pfiffigen Beobachtungen zum aktuellen Stand der Dinge, wo Mädchen immerhin noch die Wahl haben, ob sie sich dem Modell „Paris Hilton“ oder dem Modell „Lena Meyer-Landrut“ verschreiben wollen. Dass Chriz zudem versucht, über einen längeren Zeitraum beide Welten unter einen Hut zu bringen, beschädigt die Figur nicht, sorgt aber für reichlich Turbulenzen. Wohl weil die erwartbaren Konflikte und Missverständnisse zwischen den Verliebten nicht abendfüllend ausfallen, investiert der Film viel Liebe in die Ausgestaltung ihres Umfelds. Da gibt es hübsche Szenen, wenn der Fan (Lucy) das Objekt ihres (asexuellen) Begehrens im Bett ihrer Schwester entdeckt und dank ihrer pubertären Fassungslosigkeit das nächste Problem in die Welt schafft. Überhaupt sorgt der Film erstaunlich lange für dramatische Bewegung. Dabei gibt er nie vor, mehr als gute Unterhaltung sein zu wollen, und schafft bei seinem munteren Spiel mit Genre-Versatzstücken sogar ein selbstironisches Augenzwinkern. Dass sich das Schlachtfeld der Liebe so angenehm ausnimmt, liegt auch an den Hauptdarstellern Anna Fischer und Kostja Ullmann, die den Zuschauer sogar mit einer Cover-Version des Hits „Stumblin’ in“ von Suzi Quatro und Chris Norman beschenken.

Veröffentlicht auf filmdienst.deGroupies bleiben nicht zum FrühstückVon: Ulrich Kriest (24.4.2026)
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