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Louise

171 minMusik
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Gustave Charpentiers (1860–1956) „musikalischer Roman in vier Akten und fünf Szenen“, der bei seiner Uraufführung an der Opéra-Comique im Jahr 1900 ein riesiger Erfolg war, wurde von den Kritikern verrissen, die die Darstellung weiblicher Begierde und die Rebellion der Heldin gegen ihre Familie als skandalös empfanden. In dieser Neuinterpretation hat Christof Loy (Salomé) – bekannt für seine akribischen Inszenierungen, seine präzise Regie und seine raffinierte Ästhetik – unter dem innovativen Thema der weiblichen Emanzipation einen unausgesprochenen Aspekt von Charpentiers Libretto aufgedeckt: die toxische Familienbeziehung, in der Louise gefangen ist, und den Einfluss, den ihr besitzergreifender – ja sogar missbräuchlicher – Vater mit der Komplizenschaft ihrer Mutter auf sie ausübt. In dem Bestreben, die Geschichte zu erzählen, ohne die Figuren zu verurteilen, entführt der Regisseur das Publikum in Louises Unterbewusstsein und beleuchtet die dunklere Seite einer Gesellschaft, die ihre Töchter keineswegs emanzipiert, sondern ihnen lediglich billige Romantik als Ablenkung von den Frustrationen ihrer begrenzten Zukunftsperspektiven bietet.