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Monster Mia

81 minAnimation, Fantasy, FamilieFSK 6
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Die quirlige Außenseiterin Mia ist fest davon überzeugt: Monster gibt es wirklich! Als sie mit ihrer Monsterbegeisterung zu weit geht, fliegt sie von der Schule und landet ausgerechnet an der schaurig-schönen Finsterwald Academy. Dort entdeckt Mia eine Welt voller Geheimnisse: Fledermäuse unter dem Dach, ein mysteriöser Schulleiter und Mitschüler, die tatsächlich echte Monster sind. Für Mia geht ein Traum in Erfüllung! Doch Menschen sind an der Finsterwald Academy alles andere als willkommen, und so muss Mia allerlei Tricks einsetzen, um selbst als waschechtes Monster durchzugehen. Bis sie hinter die düsteren Pläne von Schulleiter Van Vlad kommt, der alle Menschen in Monster verwandeln will. Jetzt liegt es an Mia, ihre Freunde zu retten und zu beweisen, dass manchmal gerade die ungewöhnlichsten Monster die größten Helden sind.
  • Veröffentlichung15.10.2026
  • Verena Fels
  • Deutschland (2026)
  • 8.1/10 (25) Stimmen

In der Stadt Lilienthal bereiten sich die Menschen auf eine große Feier vor: Seit 500 Jahren ist die Ortschaft monsterfrei. Seither herrschen hier Frieden und Ordnung. Das sieht man schon an den sauberen Straßen und den perfekt geschnittenen Rasenflächen. Auch die zwölfjährigen Zwillingsschwestern Mia und Marie fiebern dem Fest entgegen. Allerdings könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Mia ist vorlaut und energiegeladen, sie trägt ausgefallene Klamotten und verschläft fast an jedem Tag, sodass ihre Mutter sie wecken muss. Außerdem liebt die nonkonformistische Außenseiterin das Skateboardfahren und ihre Hausratte Quentin. Sie ist auch überzeugt davon, dass es noch immer Monster gibt.

Auf die Schule mit den Fledermäusen

Dagegen ist Marie eine notorische Streberin. Sie war schon zwölf Mal Schülerin des Monats, ist meist in Rosa gekleidet und hat ein Faible für süße Hündchen. Die adrette Musterschülerin probt fleißig für einen Auftritt in ihrer Schule zur 500-Jahr-Feier. Trotz der starken Wesensunterschiede stehen sich die Schwestern emotional nahe. Doch als Mia bei einem Referat erklärt, dass im Unterricht „dumme dreiste Lügen“ über Monster erzählt werden, verweist die Direktorin sie von der Schule. Von nun an muss sie die schaurige Finsterwaldschule besuchen, die unter spitzen Dächern viele Fledermäuse beherbergt.

Auch dort kommt sie am ersten Schultag zu spät und zieht den Ärger des strengen Schulleiters Van Vlad auf sich. Mia ist sehr überrascht, dass in ihrer Klasse gleichaltrige Monster sitzen. Leider können sie Menschen nicht ausstehen, weshalb Mia ihre Identität zunächst verbergen muss. Immerhin gelingt es ihr, sich mit dem gutmütigen Oscar, der immer wieder seinen Kopf verliert, und dem bleichen Vampirjungen Graf Paprika anzufreunden. Umso feindlicher verhält sich ihr gegenüber die selbstbewusste Hexe Penelope. Wider Erwarten kann sich Mia, die sich zwischenzeitlich als „Tütü-Monster“ tarnt, sogar in einem sportlichen Wettkampf durchsetzen. Doch dann entdeckt sie einen dunklen Plan des Schulleiters, der aus Rache für eine tiefe Verletzung alle Menschen in Monster verwandeln will.

Klare Symmetrien gegen schräge Winkel

In ihrem zweiten langen Animationsfilm nach „Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz“ (2019) setzt die Regisseurin Verena Fels auf starke Kontraste. Analog zur großen Diskrepanz zwischen den Zwillingsschwestern stehen sich im Film die Lilienthal-Schule und die Finsterwald-Schule konträr gegenüber; sie repräsentieren zugleich auch die Divergenz zwischen Menschen- und Monsterwelt. Das Lilienthal-Ambiente ist geprägt durch klare Linien und Symmetrien; hier herrschen Ordnung und Sauberkeit. Es dominieren Pastell- und Bonbontöne, allen voran die Farbe Rosa.

Dagegen setzt die Finsterwald-Schule auf gesättigte, dunklere Farbtöne; Rosa sucht man hier vergebens. In der Monsterwelt sind Kanten, Ecken, spitze Formen und schräge Winkel zugelassen, hier darf sich das Chaos der Natur ausbreiten. Obwohl Finsterwald auf den ersten Blick etwas düster und gruselig wirkt, pulsiert doch die Lebensfreude. Die Bewohner haben Spaß und dürfen so sein, wie sie wollen.

In filmhistorischer Hinsicht erinnert der Finsterwald-Mikrokosmos an die düsteren Dekors des expressionistischen Kinos der Weimarer Republik, insbesondere an Robert Wienes Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920). Die Wettkämpfe mit Flughunden wecken Reminiszenzen an die sportlichen Turniere in der Zauberschule Hogwarts. Beim Lilienthal-Mikrokosmos ließ sich die Inszenierung von den fantasievollen Bildwelten der Filme von Wes Anderson inspirieren.

Mit einer gewissen Portion Sturheit

Die nonkonformistische Titelfigur entwickelt mit ihrer kritischen Haltung und ihrem Freiheitsdrang ein beachtliches Identifikationspotenzial für die junge Zielgruppe. Mia steht zu ihren Werten und Überzeugungen, auch wenn sie dafür Risiken eingehen oder einen hohen Preis zahlen muss. Die sprunghafte Individualistin ist zugleich eine Figur mit Ambivalenzen, die ausgesprochen provokativ auftritt und mit einer gewissen Portion Sturheit ihr Hauptziel verfolgt: „Es gibt Monster. Ich werde es allen beweisen.“

Animationstechnisch verzichtet der Film, der auf der Buchreihe „Monster Mia“ des britischen Kinderbuchautors A.B. Saddlewick beruht, auf jede fotorealistische Darstellung. Er macht mit seiner skizzenhaften Ästhetik, die erkennbar auf Handzeichnungen beruht, und seiner plakativen Farbgebung vielmehr klar, dass die Figuren sich in einer Fantasiewelt bewegen. Da sie organisch wirken, müssen die Texturen und Hintergründe nicht immer perfekt sein. Auf der musikalischen Ebene wird der Abenteuertrip ins Anderssein von einem flotten Mix aus Pop- und Rockmusik orchestriert, wobei die Bandbreite von Disco-Pop über Rock’n’Roll bis zum Punkrock reicht. Der Film besitzt Tempo und reichlich Action, was im dramatischen Finale bei der Jubiläumsfeier in der Schule besonders zum Tragen kommt. Das sympathische Plädoyer für Toleranz gegenüber dem Andersartigen wird allerdings auch da nicht vergessen.

Veröffentlicht auf filmdienst.deMonster MiaVon: Reinhard Kleber (10.9.2026)
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