Vorstellungen
Filmkritik
Es ist Sommer, es ist heiß, die Schule ist für ein paar Wochen kein Thema, und alles, was zählt, sind Wasser, Schwimmen, Eis, Springen, Tauchen, mit der besten Freundin im Freibad abhängen und Spaß haben. Für Pola und Polly ist das „Plitsch Platsch“-Freibad etwas ganz Besonderes. Schon deshalb, weil sie sich dort vor einiger Zeit kennengelernt haben und seitdem beste Freundinnen sind.
In einer temporeichen Einstiegssequenz nimmt „Plitsch Platsch Forever!“ sein Publikum mit ins Freibad, streift Erwachsene, die Yoga machen, Kinder, die Ball spielen, springt mit Pola und Polly vom Dreier, taucht mit ihnen unter und wieder auf. Ein Freibadtag in einer Miniatur, stimmungsvoll eingefangen mit leichter Musik und grellen, übersättigten Farben. Alles ist ein bisschen drüber, ein bisschen künstlich, aber vielleicht gerade auch so verklärt, wie sich ein schöner Sommertag für Kinder manchmal anfühlen kann.
Hilfe vom Bücherwurm
Und dann ist plötzlich alles vorbei: Das Freibad muss aufgrund technischer Mängel von einem Tag auf den anderen schließen. Das hat Folgen für Pollys Familie, die im Freibad einen Kiosk betreibt. Kurzerhand beschließt Pollys Familie, nun endlich den Umzug zu Verwandten nach Kanada anzugehen. Eine Katastrophe für Pola. Ehe sie sich versieht, steht sie vor dem Nichts. Doch so niedergeschlagen Pola zunächst ist, so wenig ist sie auch bereit, gleich aufzugeben. Sie will das Freibad retten. Denn das würde bedeuten, dass Polly zurückkommen kann. Und Pola weiß auch schon, wen sie um Hilfe bitten muss: Rosalie, ein als „Bücherwurm“ bekanntes Mädchen.
Im Kleinen und Alltäglichen beginnt die Geschichte und wirkt dadurch zunächst sehr bodenständig. Doch dann werden die Probleme immer größer – und konventioneller. Eine kaputte Filteranlage im Schwimmbad reicht nicht mehr aus. Stattdessen muss das Freibad auch noch zum Spekulationsobjekt gieriger Investoren werden. Die Rettung wird zum Kampf von David gegen Goliath. Erst hoffen Pola und Rosalie, auf dem Freibadgelände eine bedrohte Pflanzenart zu entdecken, um damit den Abriss zu stoppen. Als das nicht funktioniert, beschließen sie, sich dem Zeitgeist anzupassen und werben für den ökologisch (und ökonomisch) sinnvollen Umbau in ein Bio-Bad.
Eine Lehrstunde in Demokratie und Umweltbewusstsein
So tauscht der Film sein Sommerferiengefühl allmählich ein in eine Lehrstunde in Sachen Demokratie und Umweltbewusstsein. Die zuvor zerstrittenen Kindergruppen in der Kleinstadt verbünden sich und beginnen, gemeinsam Unterschriften für den Umbau zu sammeln. Immer wieder werden engagierte Kinder mit arroganten Erwachsenen konfrontiert, die in einer nur aus Meetings und Profitsteigerung bestehenden Welt leben.
„Plitsch Platsch Forever!“ bleibt glücklicherweise seinem rasanten Erzähltempo treu und wartet immer wieder mit Bildwitz und humorvollen elliptischen Montagen auf, wenn Pola und Rosalie sich etwa nach einem nächtlichen Einbruch ins Schwimmbad vorstellen, wie sie im Stil von Verbrecherinnen fotografiert werden. Aber im Grunde interessiert er sich dann doch mehr für die großen als für die kleinen Gesten.
Am Anfang ist das anders. Da öffnen Regisseurin Natascha Beller und Drehbuchautorin Sabina Gröner eine spannende Welt, in der die alltäglichen Probleme und Herausforderungen überwiegen. Eine Kinderfreundschaft zweier Mädchen wird durch eine bevorstehende räumliche Trennung und ein weiteres Mädchen auf die Probe gestellt, in der Familie von Pola gibt es durch die schwierigen Arbeitsbedingungen der Mutter ganz andere Sorgen. All das jedoch wird nicht sonderlich vertieft und löst sich schließlich viel zu schnell in Wohlgefallen auf.
Schmilzt viel zu schnell
Was bleibt, ist eine unterhaltsame, aber auch nicht sonderlich originelle Geschichte über Kinder, die für ihre Rechte kämpfen und erfahren, dass auch sie etwas bewegen können. Das ist alles gut gemeint, manchmal tröstend und manchmal motivierend, insgesamt aber auch wie eine große Portion Eis an einem heißen Sommertag. Schmeckt am Anfang gut, schmilzt aber dann auch viel zu schnell.







