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The Death of Robin Hood

123 minDrama, ThrillerFSK 16
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Ein vom Leben gezeichneter Einzelgänger, der nacheinem Leben voller Verbrechen und Mord mit seiner Vergangenheit ringt, wird schwer verletzt von einer mysteriösen Frau gefunden, die ihm eine Chance auf Erlösung bietet. Es sind die letzten Tage des gesetzlosen Robin Hood. »The Death of Robin Hood« ist ein Abenteuerfilm von Michael Sarnoski mit dem Oscar®- nominierten Hugh Jackman (»Deadpool & Wolverine«, »The Greatest Showman«) und Jodie Comer (»The Bikeriders«, »Killing Eve«) in den Hauptrollen. Aaron Ryder (»Arrival«, »The Prestige«) produziert zusammen mit Michael Sarnoski und Hugh Jackman.
  • Veröffentlichung18.06.2026
  • Michael Sarnoski
  • Vereinigte Staaten (2026)
  • 6.4/10 (207) Stimmen

Einen Wald zum Verstecken gibt es längst nicht mehr. Robin Hood (Hugh Jackman) lebt im Vorland der Berge, dort wo die Kargheit das Leben zurückdrängt, wo der Winter ungehindert durchzieht und jene fernhält, die den legendären Banditen suchen. Eine Fremde spürt ihn jedoch auch in diesem Winter auf. Halb verhungert findet sie die Wärme seines Feuers und eine Mahlzeit.

Sie erzählt ihm die Legende eines Banditen, der sich hier verstecken soll. Eine Lady habe er geliebt, eine Bande gegründet und mit ihr von den Reichen genommen, um den Armen zu geben. Nichts davon ist wahr. Die Geschichten stammen von ihm selbst. Robin Hood ist nicht mehr als ein Mörder. Auch die Fremde wird noch vor Sonnenaufgang sterben, seinen Dolch durch den Kopf gebohrt bekommen, bevor sie die Rache nehmen kann, für die sie eigentlich gekommen ist.

Der Erfinder seiner eigenen Sage

Ein Robin Hood, der kein edler Räuber und Geächteter, der für die Gerechtigkeit eintritt, ist; der seine eigene Sage erfindet und in der Welt streut, bis sie verfängt, mutet wie ein moderner Robin Hood an. Der Film von Michael Sarnoski aber zeigt ihn konsequent archaisch, als Mörder und Bandit, der auch am Ende seines Lebens keinen Frieden sucht oder findet. Allein den guten Tod sucht Robin. Sein alter Weggefährte Little John (Bill Skarsgård) hat eine Idee, wie dieser aussehen könnte. Ein Ende im Kampf, blutig und glorreich. Robin betritt ein weiteres Mal den blutigen Kreislauf, begleitet John auf eine Farm, um diese und die dort lebende Frau mit Kind ebenjenen wieder zu entreißen, die sie von John stahlen.

Für John soll es die letzte glorreiche Runde der Blutrache sein, für Robin seine Chance, angemessen aus dem Leben zu scheiden. Glorreich aber ist in dieser Vision des Spätmittelalters nichts mehr. Die Welt versteckt sich in der Unschärfe, um nicht wieder von der Gewalt der Natur malträtiert zu werden. Dort, wo John und Robin schließlich auftauchen, geht sie ein weiteres Mal in Flammen auf. Die Schlacht ist ein ächzender, grunzender Todeskampf. Robin und seine Kontrahenten wälzen sich würgend im blutigen Schlamm, drücken einander die Finger in die Augenhöhlen, bis der erste eine Waffe zu greifen bekommt und sie wieder und wieder in den Leib des Gegners gerammt wird. Die Frau, die beide retten wollten, ist das erste Opfer des Kampfes. John reißt dem Mann, der ihr die Kehle durchschneidet, den Unterkiefer aus dem Schädel, während der noch immer lebendige Robin dessen Sohn einen Pfeil in den Hinterkopf schießt. Es gibt keinen guten Tod in dieser Welt. Robin findet einmal mehr nur die Agonie.

Erst nachdem Regisseur und Autor Michael Sarnoski seinen Helden mit ragnarökschem Pathos vom Kanon seiner eigenen Legende befreit hat, beginnt der eigentliche Film.

Die Barbarei hinter sich lassen

„The Death of Robin Hood“ ist ein Film über Vergebung, eine Renaissance-Geschichte, die mit unverhohlenem Pathos aus den dunklen Jahrhunderten zur Errettung aufbricht. Auf einer Klosterinsel soll Robin die Barbarei hinter sich lassen. Unter falschem Namen überlässt sein Weggefährte Little John ihn hier seinem Schicksal. Auch schon vor dem Christentum war die Insel ein heiliger Ort. Ein Refugium, das bald ebenso mit der Erschütterung zu kämpfen hat, die Robins Ankunft hier bedeutet, wie der legendäre Bandit mit der Idee, dass es tatsächlich Vergebung für ihn geben könnte.

Schwester Brigid (Jodie Comer) leitet das Ordensspital und weigert sich beharrlich, den längst lebensmüden Patienten aufzugeben, der noch immer den Blick hinüber auf das Festland wirft, vor dem die Wellen der Vergangenheit toben. Ohne diese Vergangenheit oder seinen Namen zu kennen, spüren Brigid, der leprakranke Söldner (Murray Bartlett) und die anderen Aussätzigen, dass Robins Geschichte in Blut geschrieben ist.

Hinter sich lassen muss er sie bei Spaziergängen durch den Obsthain, die er in Zukunft pflegen soll, bei gemeinsamen Mahlzeiten im Kerzenlicht und in der gerade noch platonischen Beziehung mit Schwester Brigid. Die bereits im Titel festgeschriebene Unausweichlichkeit bahnt sich ihren Weg entlang der immer wieder überwältigend ins Bild drängenden Natur, entlang der therapeutisch schlichten Alltagsrhythmen, entlang der historischen Schwere und entlang der christlichen Liturgie.

Hin zum Akt der Sühne

Sarnoski treibt seinen Film mit einer dem Sujet angemessenen Sturheit auf die Idee der Erlösung zu. Das zentrale Symbol des Films ist der Aderlass, der Historie und Ritus in sich vereint, das Blutvergießen vom Akt der Barbarei zum Akt der Sühne verwandelt. Eine große, frustrierende und erfüllende Aufgabe.

Veröffentlicht auf filmdienst.deThe Death of Robin HoodVon: Karsten Munt (17.6.2026)
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