Vorstellungen
Filmkritik
Daß Mel Brooks sich eines Tages mit seinem anarchischen Witz auch dem Genre der Raumfahrt-Spektakel zuwenden würde, war abzusehen. Hatte er sich doch bereits an so traditionsreichen Genres wie dem Western und dem Gruselfilm versündigt und auch vor der Ikone des Kinos, dem Stummfilm, nicht haltgemacht. Der Mann mit dem notorisch schlechten Geschmack spielt auch diesmal wieder blendend mit den Klischees und Versatzstücken seiner filmischen Attacke und schafft das schier Unmögliche: die Parodie der Space-Opera von Raumschiff Enterprise bis Star Wars, eines Genres also, das eigentlich die Parodie seiner selbst immer schon in sich trägt und das nochmals auf den Kopf zu stellen schon eines artistischen Könnens bedarf. Das hat Mel Brooks als Regisseur wie als wandlungsfähiger Darsteller in einer total verrückten Story. Darin agiert Brooks gleich zweifach: als Weiser Yogurt und als fintenreicher Skroob, Regent der Spaceballs. Die haben in einem Anfall von Hybris ihre wertvolle Atmosphäre vergeudet und benötigen dringend neue, frische Luft, die sie dem Nachbarplaneten Druidia einfach abdrehen wollen - nach dem Gesetz des Stärkeren. So wird Lord Helmchen beauftragt, die druidische Prinzessin Vespa zu entführen. Doch wie es im Märchen den Prinzen gibt, der die Prinzessin erlöst, gibt es in der Galaxis den Draufgänger Lone Starr, und der sorgt dafür, daß die Bösen bestraft und die Guten belohnt werden.
Freilich, so einfach wie in der Nacherzählung jagt Brooks seine Helden und Anti-Helden nicht durch den Weltraum, er hat die Fäden der Handlung "vor den ewig funkelnden Sternen" total "verfilzt" - und nur er hat wirklich den "tiefen weiten Durchblick". Er setzt seine Gags wohlkalkuliert, selbst der Klamauk hat bei ihm noch Methode. Wer Spaß an einer überdrehten Raumfahrt hat und die Kino-Mythen schändende Komik von Mel Brooks schätzt, kommt in diesem Film auf seine Kosten.





