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Filmkritik
Zwei Mädchen und drei Jungen einer amerikanischen High School müssen an einem Samstag wegen verschiedener disziplinärer Vergehen nachsitzen. Beaufsichtigt werden sie von einem Lehrer, der ihnen die Aufgabe stellt, einen Aufsatz zum Thema "Wer bin ich?" zu schreiben, sich aber während des ganzen Tages immer mehr als autoritärer Versager erweist. Die Schüler der offensichtlich großen Anstalt kennen einander kaum, und so sind die inneren Barrieren und das Mißtrauen anfangs groß. Ein Mädchen kommt aus vornehmem Haus, ein Junge gleichfalls; er gilt obendrein als Streber. Ein anderer steht unter dem ständigen Druck seines Vaters und seines Trainers, um ein Sport-As zu werden. Der dritte der Jungen schließlich ist die leibhaftige Rebellion gegen die Schule, seine Lehrer und seine Kollegen. Und schließlich ist da noch ein Mädchen, das sich anfangs nur hinter seinen Haaren verbirgt und lange stumme Zuhörerin bleibt, um sich schließlich von einem häßlichen Entlein in einen schönen Schwan zu verwandeln. Es war einfach in den Karzer gekommen, weil es nichts Besseres zu tun hatte.
Der Film hält sich an die klassischen Einheiten der Zeit, der Handlung - und fast durchgehend - auch des Ortes: die geräumige Bibliothek der High School. Trotzdem oder gerade deshalb zieht er über weite Strecken in seinen Bann. Als Psychogramm junger Menschen, die einen gruppendynamischen Prozeß durchmachen, kann er sich auf ein durchdachtes Drehbuch stützen, das krasse Effekte und Verstiegenheiten vermeidet. Im Laufe der Gespräche, in denen die meisten zunächst etwas vorgeben, was sie nicht sind, enthüllen sich immer mehr die eigentlichen Probleme und wahren Charaktere der Fünf. Die Eltern bringen ihre Sprößlinge zwar brav in die Schule und holen sie auch rechtzeitig ab, aber ein tieferes Verständnis für sie fehlt ihnen. Dieses scheint sich innerhalb der Gruppe anzubahnen, wenn auch die angedeutete Beziehung zweier Pärchen etwas zu dick aufgetragen scheint. Ein wesentliches Verdienst am Gelingen des Films kommt dem ausgezeichneten Ensemble der jungen Darsteller zu.










